Findet Stolberger Tafel keine neuen Mitarbeiter drohen Konsequenzen

Stolberger Tafel : Werden die Öffnungszeiten bald reduziert?

Noch könne man den Betrieb der Stolberger Tafel in gewohnter Form aufrecht erhalten. Doch neue Ehrenamtler werden dringend gebraucht. Denn: Zwei Drittel der Mitarbeiter sind bereits über 60 Jahre alt.

„Wenn ich darüber nachdenke, wo wir in ein oder zwei Jahren stehen, mache ich mir schon große Sorgen“, sagt Gisela Becker-Bonaventura. Die Vorsitzende der Stolberger Tafel und ihr Stellvertreter Alfred Baldes sind auf der Suche nach weiteren Mitarbeitern. An vier Tagen in der Woche geben die Mitarbeiter Lebensmittel an Bedürftige aus. Einst lag die Zahl der Ausgabetage bei sechs Stück. Tue sich in Sachen Mitarbeiter in Zukunft nichts, müsse man darüber nachdenken, die Ausgabezeiten noch weiter zu reduzieren, so Becker-Bonaventura.

Insgesamt 90 ehrenamtliche Mitarbeiter sind in der Stolberger Tafel tätig – und zwar in verschiedenen Bereichen. Schließlich müssen die Lebensmittel nicht nur an die Kunden verteilt werden, sondern vorab auch in den Supermärkten abgeholt werden. An jedem Tag der Ausgabe – also montags, dienstags, mittwochs und freitags – werden zusätzlich zu den Mitarbeitern im Ladendienst auch fünf Fahrer benötigt. Hinzu kommen Springer, die auch kurzfristig Waren abholen können. Erst neulich erhielt die Stolberger Tafel 21 Kisten Kürbisse. Die mussten allerdings auch so schnell wie möglich abgeholt werden. In diesem Fall war das Abholen kein Problem.

Weihnachtskisten-Aktion

Es gibt allerdings auch andere Beispiele – vor allem in der Vorweihnachtszeit. Immer wieder bieten Geschäfte ihren Kunden dann an, ein Teil mehr einzukaufen und dieses dann an die Tafel zu spenden, erklärt Alfred Baldes. Ein Discounter, der auch mehrere Filialen in Stolberg besitzt, will eine ähnliche Aktion in den kommenden Wochen anbieten. Die Bedingung: Eine Woche lang sollen zwei Mitarbeiter der Tafel im Rahmen der Öffnungszeiten in allen vier Stolberger Filialen die Aktion begleiten und den Kunden dort Rede und Antwort stehen. „Das würden wir ja gerne machen, aber das können wir einfach nicht leisten“, sagt Becker-Bonaventura. Mitte Dezember stehe auch wieder die eigene Aktion des Vereins, der vor 20 Jahren in Stolberg gegründet wurde, an: die Weihnachtskisten-Aktion. Und da seien die Mitarbeiter allesamt eingespannt.

Von den 90 Ehrenamtlern der Stolberger Tafel sind mehr als zwei Drittel zwischen 61 und 90 Jahre alt. 35 Ehrenamtler sind zwischen 61 und 70 Jahre alt. 23 ehrenamtliche Aktive sind zwischen 71 und 80 Jahren alt. Vier Ehrenamtler sind sogar zwischen 81 und 90 Jahren alt. Dass das Alter im ehrenamtlichen Engagement allerdings Probleme mit sich bringen könne, weiß auch Stolbergs Ehrenamtsbeauftragte Hildegard Nießen. Mit ihr stehe man in regelmäßigem Kontakt. Doch auch auf diesem Weg ließen sich keine neuen Mitstreiter finden, sagt Gisela Becker-Bonaventura.

„Momentan bekommen wir noch alles gut gestemmt“, sagt Alfred Baldes. Das sei allerdings nur der Fall, weil etliche Mitarbeiter auch mehrfach in der Woche einspringen würden. Das sei natürlich keine Pflicht. In der Regel beschränke sich die ehrenamtliche Tätigkeit auf vier bis fünf Stunden am Vormittag oder am Nachmittag.

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