Stolberg: Festliche Lieder und Blasmusik passend vereint

Stolberg : Festliche Lieder und Blasmusik passend vereint

Dass Blasmusik und Weihnachtslieder gut zusammenpassen, bewies das Symphonische Blasorchester der Stolberger Sing- und Spielgemeinschaft jetzt bei seinem Weihnachtskonzert in der Pfarrkirche St. Franziskus. Unter Leitung von Louis Wilhelmus präsentierten die Damen und Herren sowohl klassische Stücke als auch moderne amerikanische Arrangements und hoben sich wohltuend von der kommerziellen Berieselung in Kaufhausatmosphäre ab.

Neben dem Ensemble des Ersten Stolberger Akkordeonorchesters „Harmonia“ wirkte auch das Jugendorchester, das sich erst seit Herbst unter Markus Plum zusammengetan hat, mit.

Der Nachwuchs eröffnete den stimmungsvollen Nachmittag mit dem Filmhit „I will follow Him“ aus „Sister Act“ und zeigte mit den Weihnachtsliedern „Fröhliche Weihnacht“, „Lasst uns froh und munter sein“ und „Kling Glöckchen“, was in einer Jugendkapelle steckt. Der Auftritt des Symphonischen Blasorchesters bewies in der barocken Suite, zusammengestellt aus Henry Purcells „Abdelazer“ und „The Double Dealer“, dass sie schwierige Kompositionen fein nuanciert zu Gehör bringen können.

Für Begeisterung sorgte die „Jingle Bells Rhapsody“, und das nicht nur, weil die Mitglieder ihre roten Nikolausmützen aufsetzten. Mit viel Gefühl spielten Daniel Imiela (Altsaxofon) und Robert Schneiders (Trompete) ihren Solopart in „Pavane in Blue“ von Ted Huggens. Ursprünglich ein Tanz aus dem 16. Jahrhundert, bekam diese Pavane eine paar „blue notes“ verpasst und bereichert seitdem das Konzertprogramm. In „The little drummer boy“ war Bob Bocken der Solist, der mit leisen Trommelschlägen das weihnachtliche Stück einleitete.

Mit virtuosen Klangfolgen in nicht ganz so typischen Akkordeonstücken konnte auch das Ensemble unter Leitung von Frau Elke Hoffmann-Kittel überzeugen. Karl Jenkins anmutendes „Palladio“, welches für eine Diamantenwerbung komponiert wurde, machte den Anfang. Sehr anspruchsvoll war das Intermezzo aus der „Ballett-Suite von Hans Brehme und das ruhige „Tanti Anni Prima“ von Astor Piazzola mit dem Untertitel Ave Maria. Das Publikum war begeistert von der Vielseitigkeit des Akkordeonspiels und wurde nun zu einer lustigen Schlittenfahrt mit „Sleigh Ride“ von Leroy Anderson eingeladen.

Das „White Christmas“ von Irving Berlin leitete zum weiteren Verlauf mit winterlichen Liedern über, die Louis Wilhelmus und seine Mannschaft einstudiert hatten. Sie unterhielten die Zuhörer mit Schlittenglocken, Peitschenknall und Pferdegetrappel im tief verschneiten Winterwald wie mit modernen Songs wie „Let it snow“ und „Weihnachten bin ich zu Haus“. Dazwischen intonierte das Symphonische Blasorchester den ruhig und getragenen Choral „Hymnus Pastorale“ vom belgischen Bert Appermont.

Zu lang geriet allerdings das Medley „Fröhliche Weihnacht überall“ von Karl Pfortner. Nochmals zehn Weihnachtsstücke aus Schlesien, Böhmen, Südtirol und England, wenn auch gut gespielt, sprengten den Rahmen der besinnlichen Adventsstunde. Schließlich spielten die Musiker „Tochter Zion“, das gemeinsam mit den Zuhörern zu einem musikalischen Hochgenuss wurde. Die Besucher bedankten sich mit viel Applaus, worauf die „Petersburger Schlittenfahrt“ als Zugabe wiederholt wurde.