Stolberg: Festabend zum 150-jährigen Bestehen des Stolberger Turnvereins

Stolberg: Festabend zum 150-jährigen Bestehen des Stolberger Turnvereins

Die Liste der Gratulanten war lang, als der Stolberger Turnverein (STV) sein 150-jähriges Bestehen im Saal von „Angies Bistro” feierte.

Bürgermeister Ferdi Gatz­weiler, Vertreter der Stolberger Ratsfraktionen, des Turnerbunds, des Regiosportbunds, des Stadtsportverbands, vieler befreundete Vereine und Institutionen waren zugegen, um den Vereinsmitgliedern im festlichen Rahmen Glückwünsche auszusprechen. In seiner Begrüßung ließ der 2. Vorsitzende Hans-Gerd Motter zunächst die Geschichte des zehn Jahre nach dem Ableben von Turnvater Jahn gegründeten Vereins Revue passieren.

Motter erinnerte an den ersten Vorsitzenden des STV, den damaligen Bürgermeister der 7500 Einwohner zählenden Kupferstadt, Friedrich von Werner, und an die „erste Turnhalle”, die genau genommen ein Schuppen in der Ketschenburg-Brauerei war. Die 20 Turner mussten sich mit minimaler Ausrüstung begnügen, und in der Folge überstand der wachsende Verein schwierige Zeiten, vor allem zwei Weltkriege. „In Dankbarkeit verneige ich mich vor denjenigen, die das Geschehen in unserem Turnverein in guten wie in schlechten Zeiten entscheidend mitgeprägt haben”, sagte Motter.

Der Turnverein stehe nach wie vor für Körper und Geist sowie für Freundschaft und Geselligkeit. In seiner anschließenden Festrede betonte Dr. Peter Minderjahn - seit 51 Jahren im STV und Sohn des langjährigen Vorsitzenden Josef Minderjahn - den gesundheitlichen Stellenwert des Sports und erklärte, dass nicht nur olympische Goldmedaillen, sondern auch die vielen kleinen persönlichen Erfolge der Sportler zu würdigen seien.

Ferdi Gatzweiler richtete sein Augenmerk auf die rund 200 Kinder und Jugendlichen, die im STV aktiv sind: „Ihr Verein ist ein Garant dafür, dass diese jungen Menschen an die Werte unserer Gesellschaft herangeführt werden.” Den Kommunen, die derzeit finanziell „am Ende” seien, sollte es wieder möglich sein, für eine adäquate Ausstattung der Sportstätten zu sorgen, richtete der Bürgermeister seinen Appell an Bund und Land.

Zwischen den Redebeiträgen unterhielt das junge Flötenduo Filipa Sacher und Katharina Henk sowie Hans-Gerd Kohnen an der Orgel die Gäste mit ansprechenden Musikdarbietungen.

Die Gratulation vom Deutschen Turnerbund, Rheinischen Turnerbund und dem Turngau Aachen überbrachte Wilfried Braunsdorf, der ebenfalls das ehrenamtliche Engagement, die „Leistung am Menschen” des STV würdigte, und dem Vorsitzenden Franz Josef Heinen eine goldene Ehrentafel übergab.

Bert Kloubert, Vorsitzender des Stadtsportverbands, schloss sich den Worten des Vorredners an, betonte dabei explizit, wie wichtig die Arbeit aller Sportvereine sei, nicht nur die der Fußballvereine. Kloubert überreichte nicht nur 150 Euro an den STV, sondern hatte noch eine besondere Überraschung im Gepäck: „Wir gehen jetzt in die Bildungsoffensive. Jeder Stolberger Verein kann bis zu 450 Euro jährlich für die Ausbildung von Trainern vom Stadtsportverband erhalten.”