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Stolberg-Dorff: Federn geföhnt, Beine geölt: Hühner auf dem Laufsteg

Stolberg-Dorff : Federn geföhnt, Beine geölt: Hühner auf dem Laufsteg

Schauhühner sind die Ferraris, die Haushühner die Transporter: So erklärt Züchter Klaus Kamensky anschaulich den Unterschied zwischen dem „gemeinen Haushuhn” und dem Zwerghuhn.

Aus der Nähe betrachten konnte man das edle Mini-Federvieh, dass nicht wegen seiner Eierproduktivität sondern um der Schönheit Willen gehalten wird, bei der Geflügelschau des „Zwerghuhnvereins Grenzland Faune Stolberg und Umgebung” in der alten Schule von Dorff.

Schirmherr der Veranstaltung ist seit einigen Jahren der SPD-Ratsherr André Brümmer. Vor seiner Ernennung zum „Protektor” des Grenzlandvereins kannte er „Hühner nur aus dem Kochtopf”, wie er scherzhaft bekannte. Durch den Zuchtverein lernte er Hühner von einer ganz unbekannten, interessanten Weise kennen.

An der Spitze des kleinen Vereins steht Alfred Bartgens. „119 Zwerghühner haben wir heute hier ausgestellt - alles Jungtiere aus diesem Jahr”, sagt er. Zu sehen waren auch einige große Hühner, natürlich wie die kleinen Kollegen von reinrassigem Geblüt.

Beim Zwerghuhn gilt die Devise „Klein, aber oho”. Und was ein richtiges Rasse-Schauhuhn ist, das wird gehätschelt und getätschelt, sprich gebadet und geföhnt. „Die nehmen vor jeder Schau ein Bad”, beschreibt der frisch prämierte Kreisverbandsmeister Klaus Kamensky aus Aachen das Prozedere.

Nach dem Föhnen werden Beinchen und Kämme liebevoll eingeölt, „damit alles schön glänzt.” Und, wie reagiert das Federvieh aufs Fönen und so? „Das macht denen nix, die kennen das ja”, antwortet Klaus Kamensky unter dem eifrigen Nicken seiner Vereinskameraden.

Was ein preisgekröntes Huhn sein will, muss ein perfektes Gefieder haben. Farbe und Maserung müssen stimmen. An dieser Stelle erwähnenswert: Die Japanischen Seidenhühner, die auch zu bewundern waren, haben statt Federn Haare, sind flauschig weich wie Wattebäusche und haben blaues Fleisch.

Überzeugen muss Huhn aber nicht durch sein Gefieder - auch der Körperbau muss den Richtlinien entsprechen. Wichtig sind auch Beinfarbe sowie die Form und Farbe der Kämme.

Eier legen tun Zwerghühner natürlich auch, denn sonst gäbe es ja keine. „Die schmecken sogar noch besser als die von normalen Legehühnern”, sind sich die Züchter Mathias Imperatori und Bernd Nobis einig. „Das kommt vom guten Futter, um das Gefieder zu unterstützen. Jeder Züchter hat seine Spezialmischung. So gutes Futter bekommt ein Legehuhn nicht und das schlägt sich im Geschmack nieder”, verraten Klaus Kamensky und Alfred Bartgens.

Apropos Futter: Eine Beziehung haben alle befragten Züchter zu ihrem Federvieh. Aber die sei anders als zu „Bello” und „Schnurri”. „Hund und Katze sind anhänglicher, aber beide kann man wie das Huhn mit Futter locken”, weiß Klaus Kamensky.

2004 wird übrigens ein ganz besonderes Jahr für die Hühnerfeunde: Dann feiert der „Zwerghuhnverein Grenzland Fauna Stolberg und Umgebung” seinen 100. Geburtstag.

Landesverbandsmeister 2003 ist Leo Lauter, auf Kreisebene siegte Klaus Kamensky, die in der Vereinswertung zudem beide die Note „Vorzüglich”einstrichen. Neues Jugend-Kreisverbands-Ehrenmitglied wurde Daniel Neukirchen ernannt. Note „hervorragend”: Kathi und Jakob Simon, Mathias Imperatori, Benno Lautermann sowie Marianne Lauter. Beste Gesamtleistung: Kamensky, Simon und Imperatori. Ehrenpreis der Stadtsparkasse: Kamensky. Ehrenpreis Aachener Zeitungsverlag: Simon.