Familienpatenschaften des SKM und des Bethlehem-Gesundheitszentrums

Stolberg: Familienpaten entlasten den Alltag von Klein und Groß

Ein Besuch auf dem Spielplatz, Vorlesen aus dem Lieblingsbuch oder gemeinsam ein Spiel spielen: Wenn Mama und Papa mal keine Zeit haben, springen meist Oma oder Opa ein. Doch was passiert, wenn die Großeltern viele hundert Kilometer weit weg wohnen und nicht mal eben zum Spielen oder Vorlesen vorbeikommen können?

Ganz einfach: In solchen Situationen sind Familienpaten da. Sie sorgen für Entlastung im Familienalltag. Der Bedarf bei den Familien steigt weiter an. Es werden allerdings Ehrenamtler gebraucht. Wie wichtig Familienpaten sind, weiß Nadine Lange zu berichten.

Sie ist Sozialarbeiterin beim Sozialdienst Katholischer Männer (SKM) und verantwortlich für das Projekt, das in Kooperation mit dem Bethlehem-Gesundheitszentrum und dem Netzwerk Frühe Hilfen der Stadt Stolberg angeboten wird und auch in Kommunen wie Eschweiler, Aachen, Alsdorf und Düren bereits große Erfolge feierte.

Nicht mehr zeitgemäß

Warum der Bedarf auch in der Kupferstadt hoch ist, erklärt Nadine Lange so: „Das Projekt setzt bei Familien, Alleinerziehenden oder auch bei neu dazu gezogenen Menschen an, die Unterstützung im Alltag brauchen, aber keine Großeltern da sind, die helfen können.“ Heißt: Das typische Familienbild, in dem beispielsweise Großeltern einen wichtigen Beitrag zur Erziehung des Nachwuchses leisten, ist nicht mehr zeitgemäß.

Derzeit gibt es in Stolberg 13 Patenschaften. Einige Paten seien sogar so engagiert, dass sie gleich mehrere Patenschaften übernehmen. „Wir bekommen von den Paten ganz oft die Rückmeldung, dass sie sehr viel Glück, Liebe und Dankbarkeit zurückbekommen und sich sehr aufgehoben fühlen“, sagt Lange. Nicht selten entstehe zwischen Familien und Paten eine enge Bindung. „Die Familien öffnen ihre Türen für eine zunächst einmal fremde Person und der Pate gibt seine Zeit und ist für die Familie da. Da entsteht ein intimes Band“, sagt Nadine Lange. Aus diesem Grund sei es allerdings auch eine Herausforderung für beide Seiten passende Gegenstücke zu finden.

Wie eine Familienpatenschaft grundsätzlich funktioniert? Hat eine Familie Bedarf, dann meldet sie sich bei Nadine Lange oder bei ihrer Kollegin Martina Küpper vom Bethlehem-Gesundheitszentrum. Beim Kennenlerngespräch tauscht man sich aus und die Familien können dann auch ihre Vorstellungen äußern.

Bei den Ehrenamltern ist das Prozedere ähnlich. Auch sie werden zunächst zu einem Kennenlerngespräch eingeladen. Danach lernen sich Familien und Paten kennen. Stimmt die Chemie können sie selbstständig Termine vereinbaren. Nach sechs Wochen gibt es erneut ein Gespräch mit Nadine Lange.

Wer sich als Familienpate engagieren möchte, muss vorher ein polizeiliches Führungszeugnis vorlegen und darüber hinaus an einer Präventionsschulung teilnehmen. Auch Fortbildungen bietet der SKM seinen Ehrenamtlern kostenfrei an.

Wertschätzung wichtig

Regelmäßige Austauschtreffen mit anderen Ehrenamtlern stehen ebenfalls auf dem Programm. Und auch die Wertschätzung des ehrenamtlichen Engagements sei wichtig. Im Januar findet für Paten und Familien beispielsweise eine gemeinsame Weihnachtsfeier in der Stolberger Burg statt. Außerdem sind die Paten jährlich zum Ehrenamtstag der Stadt Stolberg eingeladen und erhalten eine Ehrenamtskarte. Die Fahrtkosten werden ihnen übrigens vom SKM erstattet.

Familienpatenschaften können übrigens Stolberger aller Altersklassen übernehmen. „Wenn junge Erwachsene einmal Soziale Arbeit studieren wollen, können sie so schon vor dem Studium Erfahrungen sammeln“, sagt Lange. Bis auf wenige Ausnahmen gebe es bisher allerdings nur Frauen, die als Familienpaten aktiv sind. Doch auch Männer sind bei diesem Projekt gerne gesehen. „Gerade für Jungs wäre es schön, wenn ein männlicher Familienpate da wäre“, sagt Lange.

Interessierte Familien und auch Paten können sich unter Telefon 124410 oder per Mail unter lange@skm-stolberg.de an Nadine Lange oder unter Telefon 107-4595 oder per Mail unter martina.kuepper@bethlehem.de an Martina Küpper wenden.

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