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Stolberg-Vicht: Exotische Ausstellung in Vicht

Stolberg-Vicht : Exotische Ausstellung in Vicht

Mit Bildern, Bildcollagen und Skulpturen von Dominique Zinkpè aus Benin und Luis Meque aus Mosambik präsentiert der Europäische Kunsthof in Vicht wiederum eine beeindruckende Ausstellung.

Sie setzt das Vorhaben von Angelika Kühnen fort, ihre Galerie noch nachhaltiger der zeitgenössischen afrikanischen Kunst zu öffnen.

Großformatige Bilder

Die zumeist großformatigen Acryl-Bilder von Luis Meque zeigen Menschen aus Simbabwe in Alltagssituationen, die der Maler von seinem Stammplatz in einem Straßencafé aus beobachtet und dann wie bei einer Momentaufnahme mit breitem Pinsel auf die Leinwand gebannt hat.

In ihrem expressiven Duktus wirken sie spontan und unmittelbar. Die Personen oder Gruppen füllen fast die gesamte Malfläche aus, Details sind nicht wichtig.

„Kulturschock”

Aber Luis Meque, der 1998 nach nur zehn Jahren künstlerischen Schaffens verstorben ist, hat nicht nur „Schwarzes” gemalt. Eines seiner Exponate zeigt zum ersten Mal Weiße, für ihn nach Aussage von Joachim Melchers, aus dessen Sammlung die Bilder stammen, ein „Kulturschock”. Sie alle beinhalten Gesellschaftskritisches.

Weit mehr davon ist in den Exponaten von Dominique Zinkpè zu entdecken. Dessen Skulpturen weisen ihn als einen Recycling-Künstler aus, der mit dem, was er vorfindet, seine Figuren formt.

Zu sehen sind Äste und Holzstücke, die er mit pigmentierter Jute umwickelt und zusammen mit ebenfalls in Jute gehüllten Kanistern zu bizarren menschlichen Körpern gestaltet. Sie stammen aus den Jahren 1995/96, während die Bilder in Mischtechnik auf Papier sowie die Acrylcollagen alle im letzten Jahr entstanden sind.

Grelle Farben

Sie zeigen gleichfalls seltsame Phantasiewesen in grellen Farben, halb Tier, halb Mensch mit skurrilen Köpfen und scheußlich dünnen Gliedmaßen. Dazu sind kleine Nebenzeichnungen, Briefmarken und Versandkarten und Mitteilungen in Form von eigentümlichen Chiffren und Zeichen eingefügt.

Die Bilder „schreien” geradezu, sie sind aggressive Botschaften mit stark politischem Hintergrund, anklagend gegen Heuchelei und Ungerechtigkeit , von der der Maler Dominique Zinkp? nach eigener Aussage in vielfältiger Weise umgeben ist.

Bei der Vernissage sorgten Amouzou Glikpa und Jems Robert Koko Bi mit ihrem Trommel-Spiel im Gedenken an den verstorbenen Künstlerfreund Luis Meque für eine beeindruckende Performance und Einstimmung in die Ausstellung.