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Stolberg: „Es muss mehr geboten werden”

Stolberg : „Es muss mehr geboten werden”

Während im alten Rathaus noch der Adventskalender strahlt, haben die Tauben die (Luft)Hoheit über den Kaiserplatz zurückerobert.

Die Buden des Weihnachtsmarktes werden abgebaut. Die Tage des Trubels sind passé.

Recht unterschiedlich fällt derweil die Bilanz der Kupferstädter Weihnachtstage aus.

Absoluter Besuchermagnet war - eigentlich wie gewohnt - die Stolberger Burg an den Wochenenden mit ihrer kleinen Budenstadt auf dem oberen Burghof, dem Kunsthandwerkermarkt im Rittersaal sowie die traditionelle Ausstellung „Meine Heimat”.

Ebenfalls eine positive Bilanz zieht Marita Matousék über die Premiere des Angebotes auf dem Alter Markt. Sie möchte für nächstes Jahr die Anzahl der Buden auf zehn aufstocken.

Aufstocken und ausbauen möchte auch gerne Gerd Dupont den Markt auf dem Kaiserplatz.

„Man lernt ständig dazu”, hat der Ausrichter im Auftrag der Gesellschaft für Stadtmarketing (SMS) eine Fülle neuer Ideen gewonnen. Ihm bleibt nun mehr Zeit, an ihrer Umsetzung zu feilen als im Vorfeld des diesjährigen Weihnachtsmarktes.

Positiv verbucht werden kann jedenfalls das Flair, das die neuen Buden verbreiten und die Krippe im Brunnen. Dennoch bietet der Kaiserplatz noch Raum für Anziehungspunkte.

Die Verweildauer der Besucher auf dem Weihnachtsmarkt war in diesem Jahr eher gering. Die Budenstadt erwies sich kaum als der erhoffte Frequenzbringer für die Einkaufsstadt Stolberg.

Anders der Adventskalender im alten Rathaus. Er garantierte täglich, dass sich Gäste einfinden, und ist wohl gepriesen. Auch die inzwischen fünfte Ausgabe ist ein Aushängeschild des weihnachtlichen Angebots in der Kupferstadt.

Dass Stolberg mehr zu bieten hat und bieten kann, ist ein offenes Geheimnis. „Wir müssen jetzt weiter an den Weihnachstagen feilen”, sagt Bürgermeister Hans-Josef Siebertz. Eine Bilanz der guten und schlechten Seiten ziehen wird der SMS-Vorstand auf seiner Sitzung am 5.Januar.

„Dann wollen wir auch überlegen, was 2004 verbessert werden kann”, weiß Siebertz, dass dabei der finanzielle Rahmen im Blick bleiben muss. Hochkarätige Kunsthandwerker als Beschicker lassen sich ein Engagement beispielsweise teuer bezahlen. Jedenfalls besteht mehr Zeit für Vorüberlegungen.

„Es muss aber auch mehr Begleitmusik geben”, meint der Bürgermeister nicht nur musikalische Darbietungen.

Der Weihnachtsmarkt könnte beispielsweise mit zusätzlichen Leben gefüllt werden beispielsweise mit Aktivitäten und Angeboten für Kinder und Jugendliche. Ausgeweitet werden kann das Angebot an Führungen und begleitendem Rahmenprogramm.

In jedem Fall müsste aber der Weihnachtsmarkt besser vermarktet werden. Die zwar oft angesprochenen so genannten „Packages” - kombinierte Angebote - wurden nie offenisv vermarktet.

Während auf den Weihnachtsmärkten in Aachen und Monschau internationales Stimmenwirrwarr erschallt, fahren die Ausflugsbusse an Stolberg vorbei.

Und auch die Euregiobahn „spuckt” an ihren innerstädtischen Haltepunkten die Weihnachtstouristen weitaus weniger reichhaltig aus als erhofft.

Ohne Vermarktung bleibt der lohnenswerte Besuch Stolbergs und seiner Altstadt eben vielerorts unbekannt. Inwieweit die Burg intensiver bestückt und eingebunden werden kann in die Weihnachtstage steht ebenso bei SMS zur Tagesordnung wie die vertraglichen Regelungen zur Marktfestsetzung mit der Stadt.