1. Lokales
  2. Stolberg

Stolberg: „Es gibt immer Unrecht auf der Welt”

Stolberg : „Es gibt immer Unrecht auf der Welt”

Kettengerassel von George W. Bush aus den USA, Trotz in Bagdad: Experten sprechen davon, dass der Krieg am Golf nicht mehr zu vermeiden ist. Karnevalisten fühlen sich in diesen Tagen an den ersten Krieg gegen den Irak erinnert.

Vor 13 Jahren. Damals fiel der Straßenkarneval aus. „Im Nachhinein haben viele gesagt, wir hätten überreagiert”, erinnert sich Stolbergs Komitee-Präsident Josef Behlau. Und so sieht er auch derzeit keine Veranlassung, das bunte Treiben einzuschränken.

Rückendeckung erfährt der Stolberger Obernarr von den Vereinsvertretern der Stadt. Keiner sprach sich auf Anfrage unserer Zeitung dafür aus, im Kriegsfalle das Karnevalsangebot zu reduzieren.

„Es stirbt kein Mensch weniger, wenn wir aufs Feiern verzichten”, mein Rudolf Schäfer, Vorsitzender von „De Vennkatze” aus Venwegen. Krieg gebe es immer und überall auf der Welt. Dennoch habe man innerhalb des Vorstandes noch nicht darüber gesprochen.

So scheint der drohende Golfkrieg die wenigsten Karnevalsgesellschaften in Grübeln zu bringen, er ist noch kein Thema bei den Vorstandssitzungen. „Es gibt in jedem Jahr ein Unrecht auf der Welt, für das wir absagen könnten”, betont der Vorsitzende der Donnerberger Wenkbülle, Hans-Jürgen Kaußen.

Wenn man jedoch so denken würde, könne man den ganzen Karneval in Schutt und Asche legen. „Die Menschen sollten sich stattdessen einige Stunden freuen dürfen - das gibt neue Kraft für die Realität.”

In die gleiche Kerbe schlagen auch Helga Quadflieg von den Mausbacher Löstije Wölleklös und Kai Erich Krings von der IG Zweifaller Karneval: Sie haben zwar noch nicht offiziell über dieses Thema mit den anderen Vorständlern gesprochen, halten jedoch eine Absage des Straßenkarnevals wie vor 13 Jahren für unwahrscheinlich. Somit werden die Umzüge wohl in jedem Falle starten.