Erziehungskurs für Schüler

Schülerinnen lernen, was Elternsein bedeutet : Mit kleinen Babypuppen Erziehungskompetenz entwickeln

Es war der Abschluss eines einjährigen Kurses: Mit Baby-Simulationspuppen haben Schülerinnen das Elternsein hautnah erlebt.

Für fünf Tage und vier Nächte haben sich die zwölf Schülerinnen der Kupferstädter Gesamtschule in Stolberg um speziell programmierte Baby-Simulationspuppen gekümmert, die von der Städteregion Aachen für sie bereit gestellt wurden. Es ist der Abschluss des einjährigen Kurses „Vor dem Anfang starten – junge Menschen entwickeln Erziehungskompetenzen“, den Miriam Hauch vom Helene-Weber-Haus und Alina Klöcker, Sozialarbeiterin der Kupferstädter Gesamtschule, in Zusammenarbeit mit dem Jugendamt Stolberg geleitet haben.

Der Kurs findet zum wiederholten Male an der Schule statt und ist für die Jahrgangsstufe neun konzipiert. Teilnehmen können sowohl Mädchen und Jungen. In diesem Schuljahr nahmen ausschließlich Schülerinnen teil. Ziele des Kurses sind unter anderem die Stärkung im sozialen und emotionalen Bereich, das Vermitteln praktischer Grundlagen für ein eigenständiges Leben sowie Elternkompetenzen erleben.

Letzteres wird in der „Puppenwoche“ von den Schülerinnen auch praktisch erprobt. Die Puppen fordern über den gesamten Zeitraum die volle Aufmerksamkeit der Mädchen, da sie rund um die Uhr versorgt werden müssen. Das bedeutet auch nachts füttern, wickeln und wiegen im Arm. Das zehrt an den Kräften und Nerven der „Probe-Mütter“, was sich bereits nach einer Nacht bemerkbar macht.

Durch die Unterstützung der Gruppe und der Kursleiterinnen wurden zwischenzeitliche Tiefs überwunden und alle Mädchen konnten die Woche erfolgreich und mit guten Ergebnissen abschließen. In dem gesamten Projekt geht es nicht darum die Schülerinnen vor dem Elternsein abzuschrecken, sondern um die Bewusstseinsmachung, wieviel Verantwortung, Zeit und Kraft und Netzwerk erforderlich sind, wenn man eine Familie gründet. Das Fazit der Mädchen ist, dass die oftmals illusorischen Wunschvorstellungen doch nicht so ganz mit der Realität vereinbar sind.

(red)
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