Erster Ortsverband innerhalb des Kreisverbandes Städteregion gründet sich

Die Kommunalpolitik im Visier : Die AfD will in den Stolberger Stadtrat einrücken

Am 22. September wird sich die politische Landschaft in der Kupferstadt spürbar verändern. Am Sonntag beginnt um 15 Uhr die Gründungsversammlung eines Stolberger Ortsverbandes der Alternative für Deutschland (AfD) im Restaurant „Prosecco – Zur Tenne“ auf dem Donnerberg. „Es wird der erste Ortsverband innerhalb des Kreisverbandes der Städteregion sein“; sagt Michael Jenz aus Zweifall.

Unter dem Dach des Kreisverbandes hätten sich bereits eine Reihe von Stolbergern formiert und engagiert. Derzeit gebe es zwölf aktive AfD-Mitglieder aus Stolberg, sagt Jenz: „Wir hoffen, dass wir bei unserer Gründungsversammlung auf rund 20 Mitglieder kommen werden.“ Eine intensive Akquise laufe nun an.

„Wir sind keine Extremisten“; betont Jenz, „sondern wollen eine bürgernahe Politik“. Entsprechend wolle sich AfD in Stolberg auf kommunalpolitische Themen fokussieren. „In Stolberg liegt vieles im Argen und es wird geklüngelt“, sagt Jens. „Wir müssen unseren Politikern mehr auf die Finger schauen.“

Deshalb ist es die logische Konsequenz für die AfD, bei der Kommunalwahl im Herbst 2020 anzutreten. „Wir wollen mit mehreren Mitgliedern in den Stadtrat einziehen“; setzt Michael Jenz als Ziel.

Bis dato hat die AfD mangels Ortsverband bei Kommunalwahlen in der Kupferstadt noch nicht antreten können. Aber bei den jüngsten Europa- und Bundestagsawahlen konnten die Wähler in der Kupferstadt bereits ein Kreuz bei der AfD machen.

Davon machten im vergangenen Mai beim europäischen Urnengang 2100 Stolberger Gebrauch, was einem Resultat von 8,53 Prozent der Stimmen entsprach: Sie war viertstärkste Kraft hinter CDU (7991 /  32,45 %), SPD (6673 / 27,10 %) und Grünen (3.821 / 15,52 %) und rangierte somit vor der FDP (1220 / 4,95 %) und der Linken (755 / 3,07 %).

Ebenfalls Platz 4 in Stolberg erreichte die AfD bei den Wahlen zum Deutschen Bundestag im September 2017. Mit 2814 Stimmen kam sie auf 9,42 Prozent der Zweitstimmen. Bei den Erststimmen kam AfD-Kandidat Markus Matzerath mit 2846 Kreuzen auf 9,54 Prozent. Damit erreichte der Alsdorfer Stadtverordnete den dritten Rang hinter Harald Brandt (10.950 / 36,72 %) sowie der gewählten SPD-Kandidatin Claudia Moll (Claudia Moll (10.348 / 34,70 %) und lag damit noch vor dem Liberalen Frank Schniske (1957 / 6,56 %) der Stolberger Linken Gabi Halili (1784 / 5,98 %) und dem Grünen Alexander Tietz-Latza (1311 / 4,40 %).

Im Mai 2014 hatten sich bei den Kommunalwahlen in Stolberg um ein Mandat im Stadtrat zehn Parteien beworben, von denen nur die ABS (0,37%) und die Republikaner (0,74%) nicht in den Rat gewählt wurden. Die CDU (47,35 %) errang 21 Sitze, die SPD (31,47%) 14, die Grünen (5,66%), die Linke (4,11%) und die FDP (3,55%) jeweils zwei Mandate, die UWG (3,01%), die Piraten (2,21%) und die NPD (1,52%) jeweils einen Sitz.

Könnte die AfD ihr Abschneiden von Europa- und Bundestagswahlen auf die Stadtratswahl 2020 übertragen, könnte sie mit vier bis sechs Mandaten rechnen.

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