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Stolberg: Erste Große setzt auf Neuanfang

Stolberg : Erste Große setzt auf Neuanfang

Es ist eine Zäsur und ein Neuanfang, den die Erste Große Stolberger Karnevalsgesellschaft wagen will. Und er soll in geordneteren Formen erfolgen, als es sich beispielsweise der befreundete Aachener Karnavelsverein in diesen Tagen leistet.

Deshalb tagten am Mittwochabend auch die die Mitglieder der zweitältesten Stolberger Karnevalsgesellschaft hinter verschlossenen Türen des Hotels Stadthalle, um die internen Probleme der vergangenen Monate in Ruhe aufarbeiten zu können.

Verjüngter Vorstand

Das Ergebnis war ein neuer Vorstand, der sich deutlich verjüngt präsentiert. „Es ist ein Generationenwechsel”, sagt Uwe Jungen, der neue Präsident der Ersten Großen. Dem 46-jährigen Architekten, 11 Jahre in der Gesellschaft, steht als Vizepräsident der 47-jährige Rechtsanwalt Andreas Smyra (9 Jahre KG) zur Seite. Beide stammen aus der Ehrenhut und gehören inzwischen dem Elferrat an.

Die Prinzengarde ist ebenfalls mit zwei Mitgliedern im Vorstand vertreten: 40 Jahre uniformierte Erfahrung bingt der 61-jährige Bautechniker Rolf Meyer (Tollität 1986) als Schatzmeister ein, und fünf Jahre aktiv ist der 49-jährige Diplom-Ingenieur Dr. Carl-August Günther (Tollität 1998), der als Schriftführer fungiert.

Zum erweiterten Vorstand zählen der Oberehrenhut Uwe Jahn (Kaufmann, 57 Jahre, 22 in der KG, Tollität 1989), der Stadtkommandant Dr. Helmut Schröder (Zahnarzt, 57 Jahre, 14 in der KG), der Leiter der Kinder- und Jugendabteilung Helmut Drummen (Rechtsanwalt, 43 Jahre, 7 in der KG, Ehrenhut) und der Literat Michael Kogel (Druckermeister, 33 Jahre, 15 in der KG, zuerst Prinzengarde, jetzt Ehrenhut) sowie bis zu drei Beisitzer.

Satzung angepasst

Mit der Wahl dieses Vorstandes einherging auch die Anpassung der Satzung in einen geschäftsführenden und in einen erweiterten Vorstand. „Die Vergangenheit hat gezeigt, dass ein kompletter Vorstand zu unflexibel ist, um die laufenden Geschäfte zu führen”, sagt Andreas Smyra.

Dies obliegt nun dem vierköpfigen Vorstand, während der bis zu elfköpfige erweiterte Vorstand zu Budget und Programm entscheidet. Geführt wird eine Gesellschaft mit knapp 200 Mitgliedern - neben 130 Inaktiven vertreten 14 Elferräte, 12 Ehrenhüter und 30 Prinzengardisten die KG aktiv; hinzu kommt die angeschlossene Jugendabteilung.

„Mit Leib und Seele”

Als einen Vertauensvorschuss werten Jungen und Smyra die Ergebnisse der gestrigen Mitgliederversammlung. „Wir hoffen mit der Zäsur einen Neuanfang zu schaffen”, so Uwe Jungen. „Damit wir wieder alle das tun können, weshalb wir uns in der Ersten Große engagieren - mit Leib und Seele Karneval feiern”.

Mit ihrer Wahl hat die neue Generation auch eine Bürde übernommen. „Wenn der Neuanfang nicht funktioniert, wird es für die Gesellschaft eng”, macht Smyra deutlich.

Dank gelte dem bisherigen Vorstand, der ein Jahr vor Ablauf seiner Amtszeit geschlossen zurücktrat, um den intensiv vorbereiteten Wechsel einläuten zu können. „Und insbesondere dem Engagement von Gottfried Hennig”. Der war als Präsident eingesprungen, als dessen Vorgänger die KG verlassen hatte.

„Ich habe immer gesagt, dass ich dieses Amt nur so lange ausüben möchte, bis eine Nachfolge-Regelung gefunden ist”, freut sich Gottfried Hennig, dass dies nun ergolgreich gelungen ist. Allerdings kehrt er nun der Gesellschaft den Rücken.

Nach seinem Geschäftsbericht und der Entlastung verließ er am Abend auch die Mitgliederversammlung. Zu tief steckt der Ärger über die Vorgänge innerhalb der Gesellschaft in den vergangenen Monaten, die in anonymen Rundschreiben und Anschuldigungen gipfelten.

Beitragsregelung

Neu geregelt wurde der Jahresbeitrag. Er beträgt 111 Euro inklusive zwei Karten à 30 Euro für die Galasitzung. Kinder und Jugendliche in Ausbildung bezahlen für die Galasitzung lediglich den halben Eintrittspreis.