Stolberg-Büsbach: Erneut große Hanfplantage in Büsbach ausgehoben

Stolberg-Büsbach: Erneut große Hanfplantage in Büsbach ausgehoben

Auf Anweisung der Polizei räumte das THW in Büsbach das Ober- und Dachgeschoss eines Mehrfamilienhauses. Beobachter sprechen von bis zu 1500 konfiszierten Hanfpflanzen und Equipment. Es war bereits der dritte große Einsatz dieser Art auf Stolberger Stadtgebiet innerhalb von sechs Monaten.

Während viele Eltern ihre Kinder von der Grundschule Bischofstraße abgeholt haben, räumten Kräfte des Technischen Hilfswerks aus Stolberg und Eschweiler schräg gegenüber eine Wohnung unter den neugierigen Blicken vieler Schaulustigen. Aus Ober- und Dachgeschoss wurden etwa 1500 Hanfpflanzen geräumt, die in Blumentöpfen gezüchtet wurden, wie ein Beobachter unserer Zeitung mitteilte.

Hanfpflanzen liegen auf dem Gehweg der Bischofstraße in Büsbach (großes Bild). Kräfte des Technischen Hilfswerks verladen demontierte Lüftungs- und Beleuchtungsanlagen für die Aufzucht dieser Pflanzen aus einer Wohnung auf einen Lkw (kleines Bild). Foto: Ralf Roeger

Das THW füllte insgesamt drei Lastwagen mit Equipment, das für das Aufziehen von Hanfpflanzen nötig ist, wie Klimatechnik, Beleuchtung und Dünger. „Die Lkw waren randvoll befüllt“, sagte ein anderer Beobachter.

Siebenstündiger Einsatz

Rund 15 Einsatzkräfte waren rund sieben Stunden mit den Aufräumarbeiten beschäftigt. Laut Augenzeugen soll auch der Erkennungsdienst vor Ort gewesen sein, der unter Aufsicht der Kriminalpolizei Material aus der Wohnung trug.

Üblicherweise wird ein Teil der Pflanzen gesichert und im Labor auf ihren THC-Gehalt überprüft. Der ist gemeinsam mit anderen Faktoren für das Strafmaß der Eigentümer, über die bisher keine Informationen bekannt sind, ausschlaggebend. Die restlichen Pflanzen sollen vernichtet werden.

Wie die Polizei auf die Drogenzucht in der Bischofstraße aufmerksam wurde, ist noch nicht bekannt. Weder Polizei noch Zoll oder Staatsanwaltschaft machten bis Redaktionsschluss Angaben zu dem Einsatz. Dem Vernehmen nach seien der oder die Eigentümer der Hanfpflanzen flüchtig.

Letzter Fund im April

Als im April einschlägige Utensilien einer Hanfplantage im Münsterbuscher Gewerbepark an der Cockerillstraße sichergestellt wurden, war der Mieter zuvor durch ausgesprochen hohe Stromrechnungen aufgefallen. Gegen den Mieter wurde derzeit Strafanzeige gestellt, allerdings konnte er bei Eintreffen der Polizei in der Lagerhalle nicht ausfindig gemacht werden.

An Heilig Abend vergangenen Jahres war es ein Einbruch in eine Wohnung an der Konrad-Adenauer-Straße, zu dem die Polizei gerufen wurde. Die staunte nicht schlecht, als sie dabei per Zufall eine Hanfplantage entdeckte. 150 zumeist junge Hanfpflanzen wurden damals aus dem Obergeschoss des Hauses abtransportiert.

Hinzu kam auch hier noch reichlich professionelles Equipment wie Lüftungsanlagen, Lampen und Aufzuchtbecken. Vom Besitzer der Pflanzen fehlte damals ebenfalls jede Spur.

(at)