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Karneval in Stolberg: Entscheidungen für Stolberger „Corona-Karneval“ sind gefallen

Karneval in Stolberg : Entscheidungen für Stolberger „Corona-Karneval“ sind gefallen

Nun ist es offiziell: 2021 wird kein Prinz die Narren in Stolberg regieren. Eine Regelung für die kommenden Jahre wurde ebenfalls getroffen.

Gleich mehrere Entscheidungen bezüglich der fünften Jahreszeit in der Corona-Krise hat die Erste Große Stolberger Karnevalsgesellschaft endgültig gefällt. Die wichtigste davon ist wohl, ob es 2021 einen Karnevalsprinzen in Stolberg geben wird oder nicht. „Die Erste Große und die Prinzengarde möchten gemeinsamen mit allen anderen Stolberger Gesellschaften und Karnevalisten der Tollität eine wunderbare und unvergessliche Session ermöglichen“, sagt Daniel Heinrichs, Präsident der Ersten Großen.

„Und eben das ist uns unter den aktuellen Gegebenheiten nicht möglich“, fügt Heinrichs hinzu, der auch der Kommandant der Prinzengarde ist. „Die Aufgabe der Prinzengarde ist es, die Stolberger Tollität zu begleiten und auch zu schützen. Eine Tollität in der äußerst ungewissen Corona-Session zu proklamieren, können wir daher nicht verantworten.“ Dementsprechend werde es in 2021 keinen Stolberger Prinzen geben, die traditionelle Proklamation in der Burg falle ebenso aus wie die Galakostümsitzung der Ersten Großen in der Stadthalle und das karnevalistische Seniorenfest der KG.

Schweren Herzens habe die Erste Große diese Entscheidungen in Absprache mit der designierten Tollität getroffen, zumal die KG sich mit einem „Luxusproblem“ konfrontiert gesehen habe. Der Zusammenhang: Eigentlich sollte Julian Wahlen in 2021 das Zepter schwingen und als Stolberger Prinz die Jecken regieren. Ein höchst geeigneter Anwärter auf den Narrenthron der Kupferstadt, meint Heinrichs: Wahlen war seit seinem 18. Lebensjahr Mitglied der Ehrenhut der Ersten Großen, pausierte fünf Jahre lang in dieser Formation, um bei der KG Die Löwengarde Eschweiler zu tanzen.

Vor zwei Jahren kehrte Julian Wahlen zur Ehrenhut der Ersten Großen zurück und moderierte 2020 erstmals die Mädchensitzung der Ehrenhut. „Julian ist ein leidenschaftlicher Karnevalist und wird ein toller Stolberger Prinz werden“, betont Heinrichs und erläutert „das Problem ist, für die Session 2022 steht bereits eine designierte Tollität bereit.“ Jener Anwärter wolle auch sehr gerne genau in diesem Jahr regieren, da 2022 für ihn mit karnevalistischen Jubiläen verbunden sei. „Einfach alles um ein Jahr zu verschieben, wäre also schwierig gewesen.“ Dementsprechend erfreulich seien die Gespräche mit Julian Wahlen gewesen, meint Heinrichs.

„Die Absage der Regentschaft in der Corona-Session finde ich konsequent und stehe voll dahinter“, beschreibt Wahlen. „Ich habe daraufhin der Prinzengarde gesagt, dass für mich beide Optionen infrage kommen: Ich kann entweder 2022 oder auch 2023 Stolberger Prinz werden“, erklärt der 32-jährige Sozialpädagoge. „Nun werde ich also 2023 regieren und habe mehr Zeit zur Vorbereitung und für die Vorfreude.“

Mit „Chapeau“ quittiert Heinrichs diese Einstellung: „Es ist nicht selbstverständlich, dass Julian Wahlen seine persönlichen Interessen zum Wohle des Stolberger Karnevals in den Hintergrund stellt und bereit ist, dem Bewerber für die Session 2022 den Vortritt zu lassen. Ich persönlich kann dazu nur sagen ,Hut ab', Julian!“, betont der Chef der Ersten Großen und der Prinzengarde.