Stolberg: Entscheidung ist gefallen: Die Kolpingsfamilie zieht um

Stolberg: Entscheidung ist gefallen: Die Kolpingsfamilie zieht um

Die Stolberger Kolpingsfamilie wird zum Jahreswechsel eine neue Heimat haben. Bei einer Versammlung am 18. Oktober haben sich die Mitglieder mehrheitlich entschieden, vom Rolandshaus an der Steinfeldstraße in das Ökumenische Gemeindezentrum Frankental umzuziehen.

Das teilte Helmut Enkler, Sprecher der Kolpingsfamilie, am Freitag unserer Zeitung mit. Dieser Entscheidung für einen Umzug ging eine monatelang andauernde Debatte voraus.

Frankental bietet Vorteile

„Nach ausführlicher Diskussion entschieden sich 80 Prozent der anwesenden 30 Mitglieder für die Annahme des Angebots“, schreibt Helmut Enkler in seiner Pressemitteilung. Das Kuratorium des Ökumenischen Gemeindezentrums Frankental hatte der Kolpingsfamilie angeboten, dort einzuziehen. „Ab Januar 2017 werden wir eine neue Heimat haben“, schreibt Enkler.

Die Mitglieder freuen sich auf das moderne Gemeindezentrum, so der Vorsitzende. Es biete viel mehr Nutzungsmöglichkeiten als das Rolandshaus und darüber hinaus auch Kontakt zu anderen Gruppierungen, die das Zentrum ebenfalls für ihre Treffen und Veranstaltungen nutzen.

Enkler sieht sogar die Chance, dass die Stolberger Kolpingsfamilie nun sogar wieder wachsen könnte. „Wir von der Kolpingsfamilie wollen dazu beitragen, dass das bundesweit erste Pilotprojekt eines ökumenischen Gemeindezentrums ein Erfolg wird“, so Enkler.

Seit Frühjahr dieses Jahres besteht innerhalb der katholischen Kirchengemeinde St. Lucia Stolberg eine Projektgruppe, die mehr als 40 Immobilien im Gemeindebesitz unter die Lupe nimmt. Hintergrund des sogenannten Kirchlichen Immobilienmanagement-Prozesses (KIM) in der Kupferstadt ist eine Aufforderung des Aachener Bistums, die Instandsetzungskosten für Immobilien um 33 Prozent zu reduzieren.

Bistumsweit stehen Kirchen, Kapellen, Pfarrheime oder andere pastoral genutzte Gebäude auf dem Prüfstand, auch in Stolberg. Zu den Immobilien von St. Lucia gehört auch das Rolandshaus. Andere Gruppen, beispielsweise der Schachverein oder die Erwerbslosenberatung der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung haben das Haus schon vor Monaten verlassen. Indes hatte die Kolpingsfamilie darauf bestanden, das Gebäude schräg gegenüber des Krankenhauses auch weiterhin nutzen zu dürfen.

Besuch im Frankental verlief gut

Doch aus der anfänglichen Skepsis erwuchs im Laufe der Zeit die Bereitschaft, sich mit einem möglichen Auszug aus dem Haus auseinanderzusetzen. So gab es bereits im August eine nichtöffentliche Sitzung der Kolpingsfamilie, in der sich die Mitglieder rege über das Thema austauschten.

Im September besuchte eine Delegation der Kolpingsfamilie erstmals das ökumenische Gemeindezentrum Frankental, um sich ein Bild von der Situation vor Ort zu machen. Seinerzeit zeigten sich die Mitglieder von den hellen und variablen Räumen des Zentrums, von der technischen Ausstattung und nicht zuletzt von der Möglichkeit, den Kontakt zu zahlreichen Gruppen und Vereinen suchen zu können, begeistert.

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