Stolberg-Brenig: Eleganz und großer Einsatz beim Konzert in der Pfarrkirche St. Barbara

Stolberg-Brenig: Eleganz und großer Einsatz beim Konzert in der Pfarrkirche St. Barbara

Für viele Breiniger, zumal die musikliebenden, ist das Adventskonzert in der Pfarrkirche St. Barbara so etwas wie die Bescherung vor dem Fest.

Kantor Franz Körfer und sein Dirigenten-Kollege Dieter Beissel trugen dem auch diesem Jahr wieder Rechnung: Zusammen mit dem Kirchenchor, dem Kleinen Chor und der Musikalischen Gesellschaft packten sie jetzt eine ordentliche Ladung klingender Feinkost auf den Programmzettel: Chor- und Orchesterwerke von Bach, Händel, Albinoni, Rheinberger und anderen Komponisten verfehlten auch in diesem ihre Wirkung auf das Publikum in spe bei weitem nicht.

In Scharen strömten die Freunde gepflegter Töne zum Gotteshaus und füllten es bis hin zum letzten Quadratzentimeter Platz auf einer der Kirchenbänke. Von Pfarrer Ulrich Lühring eingestimmt, wurden die Zuhörer vom ersten Takt bis zum letzten Zeugen einer großen Hingabe an die Musik, eine Hingabe, die alle an der Gestaltung des fast andertzhalbstündigen Programms jeweils auf ihre Weise im Konzert lebten. Schon das einleitende Albinoni-Konzert wurde von den Streichern der Musikalischen Gesellschaft unter Dieter Beissel zusammen mit den beiden Solisten (sprich: Oboisten) Bernd Schulz und Christoph Lingemann ausgesprochen glanzvoll präsentiert.

Mit viel Eleganz und großem Einsatz füllten Kirchenchor und Kleiner Chor den Notentext von Johann Ernst Eberlins (1702-1762) „Missa in C“, bevor der gemeinsam von Mitwirkenden und Zuhörern gesungene Bach-Choral „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ zum ersten Mal die Gelegenheit zum gemeinsamen musischen Tun bot.

Nach einem Moment der Einkehr, zu dem die Aktiven der musikalischen Gesellschaft mit Bachs viel gespieltem Air Gelegenheit boten, stellte Kantor Körfer mit „Oh Herr, wenn du kommst“ aus dem Gesangbuch „Gotteslob“ ein Beispiel für modernes geistliches Liedgut vor — eine Facette des Programms, das er und sein Publikum mit „In das Warten dieser Welt“ wenig später nochmals zum Thema machten.

Auch darüber hinaus bot das Adventskonzert eine ausgewogene Mischung von bekannten und weniger bekannten Werken: So erklang unter anderem das „Rorate coeli“ des Prager Komponisten Franz Xaver Brixi (1732-1771) nur wenige Minuten vor einem regelrechten Ohrwurm, dem von Friedrich Heinrich Ranke zu Musik aus Händels Oratorium „Judas Makkabäus“ gesetzten Adventslied „Tochter Zion“.

Stürmischer Schlussapplaus belohnte die Ausführenden für ihre Leistungen auf durchweg hohem Niveau. Auch Pfarrer Lühring ließ es sich nicht nehmen, die Mitwirkenden kurz vor Ende des Konzerts vorzustellen und dabei ausdrücklich zu loben. Die Besucher dankten auf ihre weise und füllten bei der Türkollege die Körbchen reichlich mit Spenden in bar.

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