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Stolberg-Münsterbusch: Einsamkeit seit 25 Jahren ein Fremdwort

Stolberg-Münsterbusch : Einsamkeit seit 25 Jahren ein Fremdwort

Den Heiligen Abend einsam verbringen, das muss in Stolberg seit mittlerweile 25 Jahren keiner mehr freiwillig. .

Jubiläum feierten Marianne Sous und Marianne Göbbels und luden auch zu diesem Anlass wieder zum traditionellen Weihnachtsessen ein

Gut 30 Stolberger folgten der Einladung und trafen sich am 24. Dezember im Pfarrheim „Oase” von St. Hermann-Josef zum Festschmaus. Aus der Küche duftete es wieder verführerisch. Nicht ohne Stolz präsentierten die beiden Damen das Festtagsmenü: Roastbeef, Sauer- und Krustenbraten wurden angerichtet, dazu frische Pilze, Spargel, Knödel und vieles mehr gereicht. Und als Nachtisch gab es Mandarinencreme.

Viele Stunden Arbeit waren dem vorausgegangen, was hier abends serviert wurde. Schließlich bereiten die beiden „Christkinder” das komplette Essen immer selbst zu. „Das machen wir gerne”, sagen sie schlicht und bescheiden.

Die Idee zu diesem Essen geht auf den damaligen Pfarrer Wim Buscher zurück, der ensetzt war über die hohe Selbstmordrate an den Feiertagen und beschloss, etwas gegen die Einsamkeit zu tun.

Wie auch er selbst hatten allein stehende Menschen gar keine andere Möglichkeit, als zu Hause zu feiern, da damals nicht einmal Gaststätten geöffnet waren. So fand 1978 zum ersten Mal der Weihnachtsempfang im Seniorenzentrum statt. 40 bis 50 Leute trafen sich in den ersten Jahren nach der Messe, um gemeinsam den Heiligen Abend zu feiern. „Damals haben wir alles noch zu Hause vorbereitet und dort hingetragen”, erinnern sich Sous und Göbbels.

Vor 20 Jahren zog man dann in die „Oase” um, wo eine eigene Küche vorhanden ist. Unter den Gästen sind Senioren, Obdachlose, Leute aus der Umgebung und Familienangehörige der beiden Frauen. Viele der Gäste kommen bereits seit Jahren hierher.

„Es ist immer lecker”, sind sie sich einig. Und gesellig noch dazu: „Nach dem Essen singen wir Weihnachtslieder und unterhalten uns noch lange.” Auch Gesellschaftsspiele kommen hier gerne auf den Tisch.

Ein Gast hatte eine besondere Überraschung vorbereitet: Wolfgang R. Wagner überreichte selbst gestaltete Karten mit einem Weihnachtsgruß und guten Wünschen für das neue Jahr.