Eineinhalb Jahre beschäftigt sich Goethe-Gymnasium mit Europa

Goethe-Gymnasium : Europa-Projekt öffnet Stolberger Schülern die Augen

Natalie Pannekamp ist Lehrerin am Goethe-Gymnasium und mit ihrer Kollegin Anja Müller und drei weiteren Kollegen hat sie sich in den vergangenen eineinhalb Jahren um ein Europa-Projekt gekümmert, das nun seinen Abschluss gefunden hat.

In Sachen Europa hat am Goethe-Gymnasium eigentlich alles im Jahr 2001 angefangen. Damals startete an der Schule das erste Comenius-Projekt – ein Vorläufer der heutigen Erasmus-Projekte. Seit 2009 ist die Einrichtung zertifizierte Europaschule. Der europäische Gedanke ist ein Schwerpunkt in der schulischen Arbeit. Dazu zählen insbesondere die Förderung der Mehrsprachigkeit von interkulturellen Kompetenzen und von Kenntnissen über die Europäische Union.

Die Initiative kam damals übrigens von der mittlerweile ehemaligen Schulleiterin Stefanie Luczak. „Sie war der Meinung, dass das etwas für unsere Schule wäre, weil wir ja auch den bilingualen Zweig haben“, erinnert sich die stellvertretende Schulleiterin Susanne Camphausen. Sie selbst unterrichtet Politik und weiß: „Auch im Politikunterricht gehen wir auf das Thema Europa stark ein.“ Und nicht nur dort.

Etliche Veranstaltungen hätten in den vergangenen Jahren zum Thema Europapolitik an der Schule stattgefunden. Zum Abschluss des letzten Projekts besuchte der Europaabgeordnete Arndt Kohn das Goethe-Gymnasium und kam mit den Schülern ins Gespräch. Auch Sabine Verheyen und Martin Schulz waren bereits an der Schule zu Gast. Durch die Rezertifizerung in den Jahren 2015 und 2017 stellte die Schule zudem sicher, dass Europa immer wieder ein wichtiges Thema spielte – bis heute. So werden beispielsweise auch Praktika im europäischen Ausland unterstützt.

Und wie kommt das bei den Schülern an? Gut, sind sich Canmphausen, Müller und Pannekamp sicher. „Es gibt viele kleine Ansätze, die einfach hängen bleiben“, sagt Camphausen und erinnert beispielsweise an den Besuch eines ehemaligen Austronauten der ESA.

Gearbeitet wurde meist außerhalbt des Unterrichts. Aber auch in den Wirtschafts- oder Kunstunterricht wurde das Projekt integriert. Foto: Anja Müller

Auch mit dem Erasmus-Projekt, das nun zuende gegangen ist, habe man tolle Effekte erzielt. Unter anderem sei dabei deutlich geworden, wie gut die Kollegen zusammengearbeitet hätten, sagt Camphausen. Angefangen hat dieses übrigens im Herbst 2017 mit der achten Jahrgangsstufe. Nicht nur Schüler aus dem bilingualen Zweig, sondern auch aus den Regelklassen waren mit von der Partie. Zum größten Teil wurde außerhalb des Unterrichts am Projekt gearbeitet.

Einige Themen wurden aber auch in den verschiedenen Fächern besprochen – im Wirtschaftsunterricht stand beispielsweise die Erstellung einer Umfrage an, im Kunstunterricht wurde zudem ein Logo erarbeitet. Und dann standen natürlich noch die Besuche in den anderen Teilnehmerländern an. Mit dabei waren – neben dem Goethe-Gymnasium – auch Schulen aus Spanien, Italien und Rumänien.

Ausgetauscht wurde sich in englischer Sprache. „Sprachlich hat das den Schülern sehr viel gebracht. Das hat sie in ihrer Entwicklung und in ihrem Selbstbewusstsein gestärkt“, ist sich Lehrerin Anja Müller sicher, die selbst Englisch am Goethe-Gymnasium unterrichtet. Sie und ihre Kollegen sind der Meinung: „Wenn sich die Möglichkeit für ein neues Projekt bietet, sind wir gerne wieder dabei.“

Das ist allerdings gar nicht so einfach, wie es auf den ersten Blick vielleicht zu sein scheint. Schließlich gehe damit auch eine ganze Menge Arbeit einher – die schon beim Stellen des entsprechenden Antrags beginnt. Beim letzten Projekt hat das Goethe-Gymnasium diesen gestellt und damit auch die Koordination des Projekts übernommen. Mit den anderen Teilnehmern habe man sich bereits ausgetasucht. Auch sie wären gerne wieder mit von der Partie. Dazu müsse allerdings erst einmal geklärt werden, wer den Antrag stellt. Bevor es aber soweit ist, wird im kommenden Schuljahr erst einmal eine Pause eingelegt.

Schließlich müssen die Anträge jeweils bis März eingereicht werden. Aber vielleicht stehe im Herbst dieses Jahres schon fest, wann und wie es weitergehe. Ideen sind jedenfalls schon eine ganze Menge vorhanden – und das bei den Lehrern und Schülern.

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