Stolberg: Eine teuflische Tante auf der Bühne des Ritzefeld-Gymnasiums

Stolberg: Eine teuflische Tante auf der Bühne des Ritzefeld-Gymnasiums

Unter der Leitung von Anne Hommelsheim hat der Literaturkurs des Ritzefeld-Gymnasiums ein lebhaftes Theaterstück voller Witz und Esprit auf die Beine gestellt: „Das Haus von Montevideo“ von Curt Goetz. „Ein Theaterstück für 30 Schüler zu finden, war schon eine Herausforderung“, berichtet die Lehrerin.

„Doch dieses Stück bietet zahlreiche Rollen, außerdem gibt es auch immer Schüler im Hintergrund, die zum Beispiel für die Technik zuständig sind“, erklärt sie weiter. Aufführungsort war die Schulaula des Gymnasiums, und diese war restlos ausverkauft.

Zur Geschichte: Professor Traugott Hermann Nägler (Jonas Stangier) lebt mit seiner Frau Marianne (Annam Hussain) und seinen zwölf Kindern in einer spießbürgerlichen Kleinstadt-Idylle. Tugendhaft und vor allem sehr sittsam geht es im Hause Nägler zu. Als der Pastor (Tobias Jakobs), ein Freund der Familie, die Botschaft einer Erbschaft überbringt, ist die Freude zunächst groß. Doch als sich herausstellt, wessen Ableben man diese Erbschaft zu verdanken hat, wird die Freude getrübt: Das schwarze Schaf der Familie, die Schwester des Professors, ist gestorben.

Einst wurde sie von ihm verstoßen, denn ein uneheliches Kind konnte der tugendhafte Professor in seinen Kreisen nicht dulden. Nun soll die älteste Tochter Atlanta (Anissa Bouamoud) ein Haus in Montevideo erben. Dies schmeckt dem moralisch integren Professor Nägler zuerst gar nicht. Und in Montevideo geraten seine Moralvorstellungen dann vollends ins Wanken, da man kurzzeitig vermutet, Atlanta habe ein Bordell geerbt. Doch dies stellt sich als ein Missverständnis heraus. Mit der Erbschaft des Hauses ist auch ein Betrag von 750.000 Dollar verbunden. Doch die liebe Tante hat sich eine pikante Klausel für ihren sittsamen Bruder ausgedacht: Innerhalb eines Jahres muss ein weibliches Mitglied der Familie Nägler ein uneheliches Kind zur Welt bringen. Somit übt die Tante Rache an ihrem Bruder und zwingt ihn zur gleichen moralischen Entgleisung, für die er sie einst verstoßen hatte.

Professor Nägler will seine Tochter Atlanta dazu bringen, die gängige Reihenfolge etwas abzuändern und zuerst schwanger zu werden und ihren Liebsten erst dann zu heiraten. Durch einen glücklichen Zufall tut dies allerdings nicht Not, und am Ende sind alle glücklich und zufrieden — und reich!

Herzhaftes Gelächter und minutenlanger Applaus des Publikums bestätigten den Erfolg der Aufführung.

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