Stolberg: Eine Straße für den Künstler Karl Fred Dahmen

Stolberg: Eine Straße für den Künstler Karl Fred Dahmen

Er war einer der bekanntesten und vielseitigsten Künstler, die Stolberg je hervorgebracht hat: Karl Fred Dahmen.

1917 in der Kupferstadt geboren, starb Dahmen 1981 im Alter vom 64 Jahren in Preinersdorf im Chiemgau. Ein Karl-Fred-Dahmen-Museum, wie es vor rund 20 Jahren in Stolberg in der Villa Lynen einmal geplant war, hat es nie gegeben.

Das bedauern die Stolberger Grünen, die nun „Wiedergutmachung” betreiben und eine Straße nach dem Künstler benennen wollen. „Am besten auf dem Donnerberg”, sagt deren Fraktionsvorsitzender Heinrich Willms, denn dort hat Dahmen lange Jahre gelebt. Zusätzlich beantragen die Grünen, eine Steintafel zur Erinnerung am Haus Steinweg 57 anzubringen. Dort habe der Künstler nicht nur seine Kindheit und Jugendzeit verbracht, sondern auch sein erstes Atelier eröffnet. Der Antrag wird am kommenden Dienstag im Hauptausschuss behandelt.

Stolberg war für Dahmen nicht nur Geburts- und Wohnort. Es bot ihm auch zahlreiche Motive für sein Schaffen. Schon früh warf Dahmen einen kritischen Blick auf die Schlackenhalden und Kohletrichter seiner Umgebung. Sein Bild „Haldenzone” zum Beispiel klagt mit dem rußschwarzen Zentrum geradezu die Umweltzerstörung und Abtötung der Landschaft an.

Inspiriert durch einen Besuch in Paris gründete er 1952 mit einigen Kollegen die „Neue Aachener Gruppe” und organisierte durch seine Kontakte nach Frankreich 1953 die erste deutsch-französische Ausstellung unter dem Titel „Heute”, die in Aachen, Köln und Düsseldorf zu sehen war.

Sein Schaffen ist in 43 Museen Deutschlands, Europas und Amerikas ausgestellt, weltweit hatte er zahlreiche Ausstellungen.

1964 erhielt Dahmen einen Lehrauftrag an der Kunstschule Bremen, 1966 wurde er Mitglied der Neuen Gruppe München und des Westdeutschen Künstlerbundes. 1964 wurde er Professor an der Akademie der Bildenden Künste in München. Mitglied der Akademie der Schönen Künste in München wurde er im Jahre 1974. Mit der Annahme der Professur zog Dahmen in den Chiemgau, wo der Stolberger Künstler bis zu seinem Tod lebte.

Begraben wurde Karl Fred Dahmen anschließend auf dem Bergfriedhof seiner Heimatstadt Stolberg.