Angemerkt zu Grundschule Atsch: Eine sachliche Diskussion sollte im Fokus stehen!

Angemerkt zu Grundschule Atsch : Eine sachliche Diskussion sollte im Fokus stehen!

Der Glaube ist nicht unbedingt ein Thema, das beispielhaft für eine sachliche Auseinandersetzung damit steht. Meist ist ehrer das Gegenteil der Fall und wenn es um das Thema Glaube geht, kommen oft auch Emotionen ins Spiel.

Doch im Fall der Umwandlung von einer Bekenntnis- in eine Gemeinschaftsgrundschule wäre eine sachliche Auseinandersetzung durchaus angebracht. Denn: Wer sich differenziert mit diesem Prozess auseinandersetzt, erkennt, dass sich die Vorteile, die Bekenntnisschulen mit sich bringen, gen Null bewegen. Schließlich gibt es von Seiten der Kirche keine finanzielle Unterstützung für die EInrichtungen und auch der Religionsunterricht wird von Lehrern und nicht – wie früher oft noch üblich – von Geistlichen praktiziert.

Dieser fällt in einer Gemeinschaftsgrundschule natürlich nicht weg und auch die christlichen Feiertage können weiterhin gefeiert werden. Der Nachteil der Bekenntnisschulen ist allerdings, dass die Schulleiter der entsprechenden Glaubensrichtung angehören müssen.

In einer Zeit, in der es für Grundschulen sowieso schon schwierig ist, Personal zu finden, könnte sich dies als zunehmend problematisch gestalten. Überzeugend scheint diese Argumentation allerdings kaum zu sein – zumindest, wenn man den organisatorischen Aufwand betrachtet, der sich hinter diesem Prozess verbirgt. Mindestens zehn Prozent der Eltern müssen einen Antrag stellen. Das reicht aber nicht.

Der Schulausschuss muss dies ebenfalls befürworten. Auch das reicht nicht. Die Eltern müssen wählen, denn jede nicht abgegebene Stimme wird als Stimme dagegen gewertet. Gewählt werden darf aber nur, wenn man sich vorab eingetragen hat. Ob alle Eltern sich auf dieses Prozedere einlassen und ihre Stimme abgeben werden? Zweifel dürften da durchaus angebracht sein.

Aber vielleicht ist das ein Anreiz: Nur in Nordrhein-Westfalen gibt es noch öffentliche Bekenntnisschulen in Trägerschaft der Kommunen – selbst Bayern und Baden-Württemberg haben diese Schulform bereits vor Jahren abgeschafft. Wenn die Eltern sich dafür aussprechen, sollte dieses Anliegen unterstützt werden. Den Kindern wird es im Zweifelsfall egal sein, ob sie ihre Schule mit „KGS“ oder „GGS“ abkürzen, solange sie sich dort wohlfühlen.

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