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Karl-Heinz Oedekoven verstorben: Eine menschliche wie kulturelle Lücke klafft

Karl-Heinz Oedekoven verstorben : Eine menschliche wie kulturelle Lücke klafft

Karl-Heinz Oedekoven ist nach schwerer Krankheit gestorben. Stolberg verliert einen großen Ehrenamtler in Sachen Kunst und Co.

Karl-Heinz Oedekoven ist nach schwerer Krankheit gestorben. Mit ihm verlieren Stolberg und die Euregio einen großen Aktivposten in Sachen Kunst und Kultur, der für sein viele Jahre langes Engagement mit dem Stolberger Ehrenamtspreis gewürdigt wurde. Wobei Karl-Heinz Oedekovens kulturelles Wirken weit über die Grenzen seiner Heimatstadt hinausging.

Von 1984 bis 1988 hat er 20 Gemeinschaftsausstellungen in den Räumen des Kupferhofes Grünenthal organisiert, und seine Leidenschaft für die Kunst wuchs. Anfang der 1990er Jahre organisierte Oedekoven die für ihn wohl bedeutendsten Ausstellungen, als zunächst Peter Hodiamont und dann Janet Brooks Gerloff im Gewandhaus in Leipzig ihre Werke gezeigt haben. Von Beginn an war Oedekoven bei der 1997 vom Belgischen Justizministerium anerkannten Stiftung Hodiamont aktiv, fungierte als Sekretär, Kurator, Vizepräsident und seit 2013 als Präsident der Stiftung.

Erfolgsmodel „Art Tour de Stolberg“

2008 gründete er mit seiner Ehefrau Christa Oedekoven die Steinweg-Galerie, die ab 2012 im Burg-Center beheimatet war. Die Eheleute Oedekoven kuratierten in 2010 die städtische Artibus-Reihe in der Galerie der Stolberger Burg. Um die Promotion der Artibus-Ausstellungen hat Karl-Heinz Oedekoven sich noch bis vor kurzem ehrenamtlich gekümmert. Ebenfalls in 2010 hat er gemeinsam mit seinen Kunst-Mitstreitern Birgit Engelen und Ludwig Pitz die Kupferstädter Kunstausfahrt „Art Tour de Stolberg“ aus der Taufe gehoben – bis heute ein Erfolgsmodell.

2012 etablierte Oedekoven die Kunstroute Weser-Göhl im Eupener Land. Im Stolberger Museumsquartier Zinkhütter Hof startete er 2013 „in memoriam“, eine Ausstellungsreihe, die das Schaffen bedeutender Künstler, die in unserer Region Spuren hinterlassen haben, posthum zeigt und würdigt. Alle bisher 13 „in-memoriam“-Ausstellungen erwiesen sich als starke Publikumsmagneten mit zwischen 100 und 200 Besuchern alleine bei den Eröffnungen.

Auch musikalisch war Karl-Heinz Oedekoven aktiv. Seit 1990 organisierte zahlreiche klassische und geistliche Konzerte – teils in Kombination mit Lesungen –, er entwickelte die Klassik-Edition „Unisono“ mit deutsch-japanischen Musiker-Paaren wie zum Beispiel Kurt Masur und Tomoko Sakurai und organisierte in Stolberg Benefizkonzerte unter dem Motto „Gemeinsam gegen Kälte“ mit dem Cellisten Thomas Beckmann, dessen Erlös Obdachlosen zugutegekommen sind.

2016 war es Oedekoven, der auf Wunsch der Ideengeberin und Stolberger Pianistin Patricia Buzari und im Auftrag der Bürgerstiftung Stolberg als damaliger Veranstalter im Museum Zinkhütter Hof das erste Stolberger Klassik-Festival mit fünf Konzerten an einem Wochenende organisierte.

Der Ehrenamtspreisträger Karl-Heinz Oedekoven war immer ein Familienmensch und zudem unermüdlich engagiert für Freunde und Bekannte, Kultur und Kunst. Er hinterlässt in Stolberg und der Umgebung eine menschliche wie kulturelle Lücke, die derart wohl nie mehr gefüllt werden kann.