Stolberg: Eine konzertiertes Angebot der Kindertagesstätten

Stolberg : Eine konzertiertes Angebot der Kindertagesstätten

Bei 30 Kindertagesstätten im Stadtgebiet kann man schon mal den Überblick verlieren. Gerade das aber wollen das Jugendamt und die freien Träger verhindern. Bereits 1998 haben sie deshalb im Zuge einer erweiterten Jugendhilfeplanung den Arbeitskreis Kindertagesstätten gegründet.

Dieser bemüht sich seitdem mit viel Überzeugung, Einsatz und auch Erfolg um eine klare Strukturierung und eine sinnvolle Koordinierung der Angebote für die Kinderbetreuung.

Jetzt soll der nächste Schritt gemacht werden: Erstmalig wollen sich alle Einrichtungen in Stolberg an einem Wochenende der offenen Türen präsentieren und interessierten Eltern die Möglichkeit bieten, eine Kita - oder auch mehrere Kitas - zu besuchen und sich vor Ort über Angebote, Konzepte und Betreuungsformen zu informieren. Die buchstäblich offenen Türen wird es zwischen dem 5. und 7. November geben, wobei der Samstag den Schwerpunkt bildet. „Ich finde es toll, dass alle Träger an einem Tisch sitzen und nach außen gemeinsam auftreten”, ist der städtische Jugendpfleger Josef Offergeld begeistert.

Und seine Kollegin und Fachberaterin Bärbel Moll ergänzt: „Über den Arbeitskreis haben wir die Möglichkeit, alle wichtigen Entscheidungen in Absprache mit den freien Trägern zu treffen.” Kein Wunder also, dass Moll wie auch Offergeld von einem „enorm wichtigen Steuerelement” sprechen.

Ein rasanter Wandel

Dessen Bedeutung ist durch den rasanten Wandel, der sich in der Kindergartenlandschaft vollzieht, nochmals deutlich gestiegen. Sprachförderung, die Kooperation zwischen Grundschulen und Kitas, das „Kibiz” und die Gründung von Familienzentren sind Themen, die eine große Rollen gespielt haben und immer noch spielen. „Gerade in der heutigen Zeit ist es für die Jugendhilfeplanung unerlässlich, dass wir einen Input von der fachlichen Seite erhalten. Dank des Arbeitskreises können sich Träger und Einrichtungen sehr gut einbringen”, erklärt Josef Offergeld. Das jüngste Resultat der Mit- und Zusammenarbeit ist nun das Wochenende der offenen Türen.

„Die Eltern prüfen sehr genau, ehe sie ihr Kind in einer Einrichtung anmelden”, weiß Bärbel Moll. „Dabei ist die Wohnortnähe zunehmend nicht mehr das alleinige oder wichtigste Kriterium.” An ihren Aktionstagen wollen die Kindertagesstätten Informationen liefern und Entscheidungshilfen bieten. Denn hinsichtlich der inhaltlichen Ausrichtung und der konzeptionellen Schwerpunkte gibt es zum Teil erhebliche Unterschiedliche, weil jede Kita bemüht ist, ihr eigenes Profil zu entwickeln und zu stärken.

Ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl sind natürlich auch die angebotenen Betreuungs- bzw. Öffnungszeiten und eventuelle Altersbegrenzungen. Erst ab 2013 gibt es einen - bundesweiten - Anspruch auf einen Betreuungsplatz für Kinder ab dem ersten Lebensjahr, die Ausweitung der Kapazitäten für die „U3-Kinder” wird in Stolberg mit Hochdruck betrieben. „Der Bedarf für Zweijährige ist enorm. Ich bin erstaunt, wie schnell sich dieses Angebot etabliert hat”, berichtet Lotte Münch. Und noch einen Trend hat die Leiterin der städtischen Kita Bertholdstraße ausgemacht: „Die 25-Stunden-Betreuung wird kaum noch nachgefragt.”

Nicht ohne Grund, wie Bärbel Moll betont: „Es gibt einen Wandel in der Gesellschaft und den ausgeprägten Wunsch, die Berufstätigkeit möglichst kurz zu unterbrechen. Zudem wollen immer mehr Eltern die Bildungschancen nutzen, die eine Kita ihrem Kind bieten kann.” Für die Fachberaterin steht fest: „Kinder, die frühzeitig in einer Kindertagesstätte betreut werden, sind in der Regel in ihrer Entwicklung fortgeschrittener als Gleichaltrige, die erst später angemeldet worden sind.”

Was die Einrichtungen zu bieten haben, werden sie am nächsten Wochenende zeigen. „Alle Interessierten sind eingeladen”, hofft Josef Offergeld auf eine gute Resonanz. Die dürfte es vor allem bei den Müttern und Vätern geben, deren Kinder zum im August beginnenden Kindergartenjahr 2011/12 einen Rechtsanspruch auf einen Platz erlagen. Ihr Geburtstagsdatum liegt zwischen dem 1. August 2007 und dem 31. Oktober 2008.