Stolberg: Ein tiefer Einblick in die Schevenhütter Historie

Stolberg: Ein tiefer Einblick in die Schevenhütter Historie

Reiner Sauer, ein in Eschweiler lebender Bankkaufmann, der seine Kindheit und Jugend in Schevenhütte verbracht hat, beschäftigt sich seit Anfang der 1980er Jahre mit Genealogie.

Die Ergebnisse seiner Arbeitb fasste Sauer 1996 in einem Familienverzeichnis über die Schevenhüttener zusammen, das seit dem vergangenen Jahr auch alle Einwohner der früheren Gemeinde Gressenich berücksichtigt.

Im Rahmen eines Diavortrages im Kupferhof Rosental hat der 60-Jährige jetzt des Mitgliedern des Stolberger Heimat- und Geschichtsvereins sein Projekt vorgestellt. Sauer hatte seinen Vortrag in zwei Teile gegliedert. So spielten im ersten Teil die Schritte und Vorgehensweisen eine Rolle, die zur Erstellung des Familienregisters geführt hatten, das auch als Datenbank vorliegt. Die 118.000 Personen umfassende Datenbank hat Reiner L. Sauer im vergangenen Jahr unter dem Titel „Crasciniaci” als DVD veröffentlicht, versehen mit einem Begleitband in gedruckter Form.

Diese Datensammlung, die unter anderem aus der Auswertung von Kirchen- und Adressbüchern, Familienanzeigen, Volkszählungen, Zivilstandsunterlagen, Arbeits- und Schulzeugnissen sowie Vereinsschriften und Fotoalben resultiert, erfordere, wie Sauer versicherte, eine akribische und systematische Vorgehensweise. Erleichtert hat Sauer die Erfassung dieser Daten, weil er sich sogenannter elektronischer Karteikarten bediente, deren Aussehen und Aufbau er den Geschichtsfreunden mit digitalen Bildern vorstellte.

In heutige Schrift übersetzt

Darüber hinaus hat seine Ehefrau Agi ihm dabei geholfen, die zahlreiche alte Dokumente in die heutige Schreibweise zu übersetzen. Als Beispiel stellte er die Karteikarte vor, die er über den 1870 geborenen und 1946 gestorbenen Hastenrather Einwohner Kaspar Saeger erstellt hat. „Basis der Saegerischen Karteikarte ist seine Sterbeurkunde. Diese Urkunde enthält nicht nur den Sterbeort und -zeitpunkt, sondern neben den Namen der Eltern auch andere verwertbare Daten. Um ein späteres Auffinden dieses Dokumentes zu erleichtern, bedient man sich Ordnungsnummern, die auch Hinweise auf die Quellen zulassen”, erklärte der versierte Hobbygenealoge.

Im zweiten Teil seines Vortrages machte Sauer die Besucher mit der Vorgehensweise vertraut, die zur Erstellung eines persönlichen Familienregisters führt. „Um systematisch arbeiten zu können, muss ein altes Kirchenbuch nicht nur allein nach den persönlichen Daten durchforstet, sondern im Gesamten erfasst werden”, betonte Sauer, der den Zuhörern empfahl, sich dabei eines Genealogieprogramms zu bedienen - ein Programm, das laut Sauer die eingegebenen Daten so ordnet, dass auch Rückschlüsse auf sämtliche Verwandtschaftsbeziehungen möglich sind.

Die anschließende Diskussion und die damit verbundenen Fragen bewiesen, dass es dem 60- Jährigen gelungen war, viele Tipps und Hinweise zu geben, die man als privater Familienforscher nutzen kann, um mehr über seine Vorfahren oder Verwandten zu erfahren.

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