Stolberg: Ein Stück des Weges ist geschafft

Stolberg: Ein Stück des Weges ist geschafft

Wolfgang Hennig hatte zwar vermutet, dass die Idee einer Bürgerstiftung in Stolberg gut angenommen werden würde. Dass aber vier Wochen nach der Auftaktveranstaltung zur Gründung der Stiftung bereits 40 Prozent des benötigten Startkapitals von 50.000 Euro zusammenkommen würden, das hatte das Mitglied im Initiativkreis Bürgerstiftungen und der Bevollmächtigte für alle Gründungsstifter nicht gedacht.

Vor allem, weil der Urvater der deutschen Bürgerstiftungen, Professor Christian Pfeiffer, bei der großen Auftaktveranstaltung im Gemeindesaal im November aus Erfahrung gesprochen und erklärt hatte, dass der Weg bis zur Gründung der Bürgerstiftung ein sehr lohnenswerter, aber auch ein sehr langer Weg sei.

Aber auch wenn die Stolberger noch ein gutes Stück dieses Weges zu bewältigen haben, ist der Stolberger Initiativkreis mit dem Verlauf bislang sehr zufrieden.

„De facto haben sich bislang mehr als 30 Personen verpflichtet, die Stolberger Bürgerstiftung zu unterstützen”, erklärt Hennig. Und kurz vor Weihnachten, das freut den Bevollmächtigten besonders, hätten noch einmal drei Stolberger zusätzlich die Verpflichtungserklärung unterschrieben. Die Summen, die bislang von den Stolberger Bürgern gestiftet wurden, reichen von der Mindesteinlage - der Initiativkreis hatte als Mindesteinlage einen Betrag von 500 festgelegt - bis hin zu mehreren Tausend Euro, verrät Hennig.

Stärkere Identifikation

„Die große Resonanz zeigt doch ganz deutlich, dass die Menschen sich in Stolberg engagieren möchten”, sagt Hennig. Dieses Engagement der Stolberger soll dann künftig anderen Stolbergern zugute kommen. Und noch einen positiven Effekt habe das Projekt Bürgerstiftung. Mit dem Engagement der Bürger einhergehen wird auch eine stärkere Identifikation mit der eigenen Stadt. Das hoffen zumindest die Initiatoren. „Die Einstellung der Stolberger zu ihrer Stadt könnte sich noch deutlich verbessern”, erklärt der 75-jährige Hennig.

Auch wenn viele Kupferstädter zeigen, dass sie sich engagieren wollen - die Initiatoren und Stifter sind noch lange nicht am Ziel. Die Stolberger Bürgerstiftung muss ein Stiftungskapital von mindestens 50.000 Euro erreichen, um von der Bezirksregierung als gemeinnützig anerkannt zu werden. Durch die geringe Mindesteinlage von 500 Euro ist der Initiativkreis optimistisch, dass noch viele Bürger der Riege der Stifter beitreten werden.

Ziel der Gründungsstifter ist es, so schnell wie möglich so viel Kapital wie möglich anzuhäufen. Zum einen, damit die Bürgerstiftung endlich gegründet werden kann, zum anderen, um später Projekte umsetzen zu können. Denn bei einer Bürgerstiftung sind es die Zinsen, die in eigene und fremde Projekte investiert werden. Welche Projekte dies in der Kupferstadt sein werden, das müssen die Stifter später selbst entscheiden. „Kultur, Bildung, Soziales oder Sport. Es gibt bei uns in Stolberg viele Herausforderungen”, sagt Hennig. „Die Stifterfamilie wird demokratisch entscheiden, in welchen Bereichen sie sich engagiert - aber natürlich müssen auch dort Prioritäten gesetzt werden.”

Treffen Mitte Januar

Bis zum 31. Dezember 2013 wollen die Stifter das Startkapital angehäuft haben. Stillstand gibt es bis dahin aber nicht. Bereits am Donnerstag, 19. Januar, kommen die Gründungsstifter im Parkhotel Hammerberg zusammen. „Wir werden an diesem Tag darüber beraten, wie es weitergeht - vor allem aber auch, wie wir neue Stifter werben”, erklärt Wolfgang Hennig.

Zum Stifter in der Stolberger Bürgerstiftung kann jeder werden. Mitstifter müssen sich zunächst nur verpflichten, bis zum 31. Dezember 2013 ihren Beitrag zu entrichten.

Sollte das Projekt Bürgerstiftung scheitern, werden die Beträge zurückerstattet.