Stolberg: Ein „Pädagoge“ unter Angeklagten

Stolberg : Ein „Pädagoge“ unter Angeklagten

An die pädagogischen Absichten eines des Einbruchs beschuldigten Stolbergers will die Anklagebehörde im Gegensatz zum Eschweiler Amtsgericht so gar nicht recht glauben.

Jedenfalls ist die Staatsanwaltschaft in Berufung gegangen zu einem am 23. Oktober letzten Jahres in erster Instanz gefällten Urteils gegen einen heute 24-Jährigen.

Der muss sich wegen des Vorhalts des Wohnungseinbruchsdiebstahls nun am Donnerstag vor der 3. kleinen Strafkammer erneut verantworten (Az.: 73 Ns 163/17).

So ist aus Sicht der Staatsanwaltschaft der Beschuldigte mit Absicht in die Wohnung eines Bekannten eingedrungen, um daraus diverse Sachen zu entwenden: angefangen von einer Powerbank und einem Gamepad Wii nebst Fernbedienung, über ein Campingmesser und zwei Paar Schuhen bis hin zu einem Rennrad und einer Softair-Waffe.

Von eben dieser Absicht ließ sich das Amtsgericht aber nicht überzeugen. Es folgte den Darstellungen des Stolbergers. Demnach habe ihm sein Freund sogar gezeigt wie man in die Wohnung gelangen könne. Den Weg habe er dann auch genommen, als er nach dem Klingeln nicht aufgemacht habe. Die Sachen habe er dann auch nur deshalb mitgehen lassen, weil er habe aufzeigen wollen, wie einfach man sie entwenden könne.

Das schien die Richter in Eschweiler zu überzeugen. Jedenfalls ließ das Amtsgericht den 24-jährigen „Pädagogen“ ohne Strafbewehrung wieder laufen. Die 3. kleine Strafkammer hat sich für ihn nun am 28. Juni vier Stunden ab 9 Uhr reserviert.

(-jül-)
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