Stolberg-Zweifall: Ein neues Sägegatter mit Geschichte

Stolberg-Zweifall: Ein neues Sägegatter mit Geschichte

Es war ausgerechnet der Freitag, 11.11.11, dem höchsten Feiertag der Rheinländer, als sechs Mitglieder vom Förderverein des Sägewerksmuseums Zweifall ins schöne Schwabenland aufbrachen.

Ziel war eine kleine Sägemühle in Mulfingen, oberhalb von Schwäbisch Hall, um das heimische Angebot im Solchbachtal um ein neues Ausstellungsstück zu bereichern.

In einem idyllischen Tal an einem größeren Bachlauf gelegen, wurde schon Anfang des 20. Jahrhunderts ein Venezianergatter (nur ein Sägeblatt) mit Wasserkraft betrieben. 1955 baute der gelernte Müller Friedrich Krepp die alte Sägemühle um und stellte ein gebrauchtes Vollgatter Baujahr 1920 auf. Bis in die 70er Jahre wurde fortan Bauholz im Lohnschnitt erzeugt.

Die umliegenden Bauern lieferten das Rundholz aus eigenen Waldungen und holten später das fertige Bauholz für den Dachstuhl oder Stallungsgebäude ab. „Nach dem Tode von Friedrich Krepp ruhte der Sägebetrieb völlig, bis die beiden stürmischen Frauen Vivian und Wiebke 1990 für starken Rundholzanfall sorgten”, berichtet der Zweifaller Achim Krings.

Der Schwiegersohn von Friedrich Krepp nahm den Betrieb allerdings mehr hobbymäßig wieder auf und sägte noch bis 2005. Dann sollte das Gatter eigentlich verkauft und vor kurzem sogar verschrottet werden. Beide Versuche scheiterten an der exponierten Lage der Sägemühle.

Bei ihrem Besuch gelang es den Mitgliedern des Zweifaller Museumsvereins in einer spektakulären Aktion, das „gute Stück” zu bergen. Vorher musste über mehrere Stunden mit schwerem Gerät das Betonfundament weggestemmt werden, bevor das Gatter am Haken hing. Schließlich wurde alles auf Lkw und Anhänger verladen bevor die Reise zurück nach Zweifall ging.

Im Frühjahr 2012, sobald das Wetter es zulässt, werden die Aufbauarbeiten gegenüber dem Sägewerksmuseum neben der langen Holzbank anlaufen. Der Zweifaller Waldlehrpfad wird in Zukunft jedenfalls über ein weiteres „Highlight” verfügen und alte Technik wird der Nachwelt erhalten bleiben.

Adventssägen im Museumssägewerk Zweifall

Zum dritten Mal in Folge findet am Sonntag, 27. November, ab 13 Uhr ein Adventssägen des Fördervereins Museumssägewerk an der Jägerhausstraße 148 in Zweifall statt. Selbst gebastelter Weihnachtsschmuck, Tisch- und Fensterdekoration, Holzsterne sowie frisch geschnittenes Tannengrün und Wildprodukte aus dem Regionalforstamt Rureifel-Jülicher Börde sind ebenso im Angebot wie für das leibliche Wohl gesorgt ist, während das Sägegatter in beschaulicher Geschwindigkeit rattert und aus rundem Holz Balken und Bretter schneidet. Der Erlös des Nachmittags kommt dem Museumssägewerk zu Gute.