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Stolberg-Münsterbusch: Ein Mahnmal ist die Keimzelle des Stadtteils Münsterbusch

Stolberg-Münsterbusch : Ein Mahnmal ist die Keimzelle des Stadtteils Münsterbusch

Kreuze in Münsterbusch und auf der Liester entführen in das 19. Jahrhundert. Das Mahnmal an der Ecke Mauer-/Prämienstraße ist die religiöse Keimzelle des Stadtteils Münsterbusch.

Lange vor dem Bau der 1901 geweihten Herz Jesu Kirche war das Blaustein-Kreuz ein sakraler Mittelpunkt. Errichtet wurde die mit dem Text „O, Wanderer, um meiner heiligen Wunden willen, rette deine arme Seele” geschmückte Gebetsstätte im Jahre 1884.

Das einst von einem Gitter umgebene Denkmal ist eine Stiftung. Peter Josef Rinckens, ein Arbeiter der Münsterbuscher Zinkhütte, hatte für die Errichtung des Kreuzes gesorgt.

Münsterbusch, das bis 1935 zur Gemeinde Büsbach gehörte, entstand in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Verantwortlich für die Gründung von Wohnsiedlungen und Industriebetrieben war die 1837 erfolgte Inbetriebnahme der Zinkhütte. Gefördert wurde die industrielle Entwicklung durch das Vorhandensein von Steinkohle.

Das Münsterbuscher Kreuz hat im Laufe der Geschichte den Standort gewechselt: Stand es einst vor dem Hause Mauerstraße 1, ist es heute in die Nähe des Gebäudes Prämienstraße 100 gerückt. Gründlich renoviert wurde das traditionsreiche Mahnmal zuletzt im Jahre 1976. Auftraggeber war damals die Pfarrgemeinde. Kreuze schmücken auch die Außenanlagen der Herz Jesu Kirche.

Ins Auge fällt ein mächtiges, an der Längswand befindliches Holzkreuz. Bis zur Renovierung im Jahre 1979 hing das Mahnmal im Chorraum des Gotteshauses. Seit November vergangenen Jahres hat es an der Außenwand einen neuen Platz gefunden.

Ein weiteres Kreuz befindet sich in unmittelbarer Nähe. Das blaugestrichene Zierkreuz schmückte bis 1979 das Dach der Sakristei und wurde 1985 an seinem derzeitigem Standort aufgestellt. An die Himmelfahrt Christi erinnert das Kreuz an der dem Pfarrhaus zugewandten Kirchenseite. Das Denkmal entstand 1950 und wurde während des Zweiten Weltkrieges in Oberammergau geschaffen.

Auf eine lange Geschichte kann das Kreuz an der Straße Stolberger Heck zurückblicken. Auch wenn das Anfang des 19. Jahrhunderts entstandene Mahnmal auf Stolberger Kerngebiet liegt, gehört es räumlich gesehen zum Bereich Münsterbusch/Liester. Alte Karten bezeichnen den Standort als buschbestandene, gehölzreiche Gegend. Das reich verzierte gusseiserne Kreuz, das zuletzt 1927 erneuert wurde, kann als Schutz- oder Abwehrzeichen gedeutet werden. Das Mahnmal gab der Gegend ihren Namen. „Am Krüz- (Kreuz-)berg” wird das Hanggelände auch genannt. Der Standort ist traditionsreich.

Uralte Wegverbindung

Nach einer aus dem 19. Jahrhundert stammenden Karte liegt die Gebetsstätte an einer uralten Wegverbindung. Der am Kreuz vorbeiführende Weg wurde als Verbindung zwischen den römischen Siedlungen Atsch und Gressenich genutzt. Zuwachs bekam das Kreuz erstmals Anfang der 50er Jahre. Unterhalb entstanden die ersten Häuser. Großflächig bebaut wurde „Stolberger Heck”, als 1962 die oberhalb gelegene Realschule Walther-Dobbelmann-Straße eingeweiht wurde.