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Der Aufsatz einer Elfjährigen: Ein Mädchen aus Berlin liebt Stolberger Hühner

Der Aufsatz einer Elfjährigen : Ein Mädchen aus Berlin liebt Stolberger Hühner

Eigentlich ist Leonora Kreutzer ein richtiges Stadtkind. Sie wohnt mit ihren Eltern und ihrem Bruder nämlich in Berlin. Die Kupferstadt ist der elfjährigen Schülerin allerdings keineswegs fremd.

Schließlich leben dort ihre Großeltern. Drei bis vier Mal im Jahr verbringt Leonora einen Teil der Ferien bei ihnen. Was ihr dort so gut gefällt? „Hier ist es schön ruhig“, sagt das Mädchen. Besonders gerne kümmert sie sich um die Hühner, die auf der Wiese hinter dem Haus ein Zuhause gefunden haben. Diese Wiese ist übrigens auch der Lieblingsplatz von Leonora Kreutzer. Und der ist nun auch in Berlin bestens bekannt.

Warum? Ganz einfach: Vor den Ferien bekamen Leonora und ihre Mitschüler die Aufgabe, über ihren Lieblingsplatz zu schreiben. Den hatte das Mädchen schnell gefunden. Sie beschrieb darin, warum sie sich gerade in Stolberg so wohl fühlt und wie sie dort am liebsten ihre Zeit verbringt. Ihr Aufsatz kam nicht nur in der Schule – dort wurde er mit der Note 1 bewertet – gut an.

Warum Leonora Stolberg so liebt?

„Mein Lieblingsplatz befindet sich auf der Wiese meines Großvaters in Stolberg im Rheinland. Auf der Wiese laufen viele Hühner herum, die schon ziemlich zahm sind. Um dort hinzukommen, muss ich einige Stunden mit dem Auto fahren, deswegen komme ich nur ganz selten zu meinem Lieblingsplatz. Aber dann ist es umso schöner, wenn ich dort bin.

 Die Wiese ist immer schön schattig, weil dort Obstbäume herumstehen, die sehr leckere Früchte wie zum Beispiel Äpfel, Birnen, Pflaumen, Kirschen und Nüsse tragen, die ich alle gerne esse. Wenn ich da bin, beobachte ich die Hühner und bringe meinem Huhn Tricks bei. Es kann schon hochgehoben werden und hinter mir herlaufen, wenn ich will.

 Am liebsten bin ich am Nachmittag dort, denn dann scheint die Sonne durch die Blätter, ganz leicht, und das ist sehr gemütlich. Ich fühle mich sehr wohl auf der Wiese und ich höre die Hühner leise gackern und das Rascheln der Blätter, sehe meinen Großvater und meinen Bruder mit einem Ball spielen, und vom Haus her rieche ich den Geruch von frischgebackenem Kuchen oder den Duft vom Mittagessen, und manchmal ist Geschirrklappern zu vernehmen. Dann fühle ich mich rundum glücklich, dass ich diesen wunderbaren Lieblingsplatz in der Natur habe.

 Aber dort bin ich auch, wenn ich traurig bin oder wenn mich etwas bedrückt. Dann erzähle ich es meinem Huhn, und ich habe das Gefühl, dass es mich versteht. Danach fühle ich mich immer besser.

 Morgens, wenn es ganz früh ist und wir noch nicht mal gefrühstückt haben, schleiche ich mich in den Hühnerstall und gucke, ob es ihnen gut geht oder ob sie schon gelegt haben. Dann bringe ich den Hühnern etwas Leckeres mit.

 Wenn es abends dämmert, lege ich mich auf die Wiese, dann kommen die Hühner und picken auf mir herum.

Es gibt aber auch traurige Momente auf meinem Lieblingsplatz, dann verkrieche ich mich im Legestall und komme erst wieder heraus, wenn ich mich besser fühle.

 Alles in allem ist es für mich wunderschön, Zeit mit meinen Hühnern zu verbringen. Deswegen ist es mein Lieblingsplatz.“

(red)