Stolberg: Ein Koffer soll beim Beantragen von Papieren helfen

Stolberg : Ein Koffer soll beim Beantragen von Papieren helfen

In Düren gibt es ihn bereits: den sogenannten Bürgerkoffer. Was sich dahinter verbirgt? Ältere Menschen, die selbst nicht mehr das Rathaus in ihrer Stadt aufsuchen können, sollen auf diese Weise entlastet werden.

Ein Mitarbeiter der Verwaltung besucht sie zu Hause oder im Seniorenheim und hilft ihnen bei der Ausstellung des Personalausweises, einer Lebens-, Melde- oder Aufenthaltsbescheinigung sowie der Anmeldung eines Wohnsitzes. Wird es dieses Modell bald auch in Stolberg geben?

Zumindest, wenn es nach den Christdemokraten geht. Sie haben nämlich nun einen Antrag gestellt, in dem die Verwaltung damit beauftragt wird, die Voraussetzungen für die Einrichtung eines mobilen Bürgerservices zu prüfen.

Die Begründung der Antragsteller: Den Bürgern, die den Weg zum Bürgerbüro nicht schaffen, wolle man — ganz nach dem Vorbild der Stadt Düren — mit einem mobilen Bürgerservice Erleichterung verschaffen. Ein solcher besonderer Bürgerservice könne das soziale Miteinander im Sinne des Inklusionskonzeptes nur stärken, hieß es zudem im Antrag.

Bereits seit Ende 2016 ist der Bürgerkoffer in Düren mittlerweile im Einsatz. Ursprünglich stammt dieser von der Bundesdruckerei in Berlin. Er wurde gemeinsam mit Kommunalverwaltungen entwickelt. Vor allem Städte und Gemeinden, die von Gebietsreformen und Schließungen von Bürgerämter-Außenstellen betroffen sind, setzten auf diesen mobilen Service. Auch größere Städte, die Hochschulstandorte sind, nutzen ihn den Angaben zufolge, um zu Semesterbeginn die vielen Erstwohnsitzanmeldungen schneller bearbeiten zu können.

Darin befindet sich alles, was zur Antragstellung nötig ist — vom Laptop über einen Drucker bis hin zu einem Fingerabdruckscanner. Zusätzliche Kosten würden für den Bürger, der diesen Service nutzt, übrigens nicht anfallen. Mit einer Kamera wird zudem ein biometrisches Gesichtsbild des Antragstellers aufgenommen. Der Scanner erfasst die Fingerabdruckbilder und auf dem Pad unterschreibt der Bürger.

Auf dem Server der Behörde

Über ein geschütztes VPN-Netz und via schneller LTE-Verbindung werden die Daten versendet. Die erfassten Daten werden nicht lokal im Bürgerkoffer-Laptop gespeichert, sondern direkt auf einen sicheren Server der Behörde übertragen.

Das Thema steht nun in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses, der am kommenden Dienstag zusammenkommt, auf der Tagesordnung. Das Interessante: Bis 2013 besaß die Stadt Stolberg einige Verwaltungsaußenstellen — unter anderem in Mausbach und Breinig. Das änderte sich allerdings vor fünf Jahren. Der Grund: Die Außenstellen wurden Opfer von Sparmaßnahmen. Durch den Verzicht auf Verwaltungsaußenstellen und die Samstagsöffnung der Bürgerinformation wollte man damals die Ausgaben für die Stadt reduzieren. Von Öffnungszeiten am Samstag ist im Antrag der CDU-Fraktion allerdings nicht mehr die Rede.

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