Stolberg: Ein guter Geist schwebt täglich durchs Bethlehem

Stolberg: Ein guter Geist schwebt täglich durchs Bethlehem

Einsam liegt Marianne Veithen in ihrem großen Bett auf Station 5 des Bethlehem Krankenhauses. Die beiden Betten neben ihr sind verwaist. Kein Radio, kein Fernseher. Es ist totenstill in Zimmer 503.

Zwei Tage hat die ältere Dame zuletzt auf der Intensivstation gelegen, jetzt kehrt so langsam wieder etwas Normalität in ihr Leben zurück. „Ich habe große Probleme mit dem Herzen”, erklärt die 81-Jährige, warum sie auf medizinische Hilfe angewiesen ist.

Am Nachmittag wird ihr Sohn sie besuchen, worauf sich die sympathische Dame jetzt schon freut. Den restlichen Tag über ist sie meistens alleine, bis auf die flüchtigen Momente, in denen die freundlichen Schwestern ihr Zimmer betreten, um kurz nach dem Rechten zu sehen.

Doch plötzlich schwingt die Tür auf und Roswitha Boltz betritt das Zimmer. „Guten Morgen”, begrüßt sie Marianne Veithen freundlich, „ich bin von der Patientenhilfe. Kann ich vielleicht irgendetwas für Sie tun?” Überrascht blickt Marianne Veithen auf. „Oh, vielen Dank, aber noch kann ich mich ja selbst versorgen”, sagt die Rentnerin zurückhaltend. „Wissen Sie denn eigentlich, wie das hier mit dem Telefonieren funktioniert?”, fragt Roswitha Boltz noch einmal genauer nach, „es fallen ja täglich Gebühren von einem Euro an.” Verdutzt erwidert die Patientin: „Ach so, ich dachte es wären nur 50 Cent.” Wie zufällig ist die stellvertretende Leiterin der Patientenhilfe im Gespräch mit der 81-Jährigen. „Wir müssen immer erst Vertrauen aufbauen”, erklärt Roswitha Boltz, „wenn uns das gelingt, dann läuft es eigentlich von selbst.

Seit 15 Jahren ist Roswitha Boltz jetzt in der ehrenamtlichen Patientenhilfe des Bethlehem-Krankenhauses tätig. Jeden Donnerstag nimmt sie sich drei Stunden Zeit, für Gespräche oder für die Erledigung einfacher Botengänge für die Patienten. Vor 15 Jahren wurde die Patientenhilfe durch die Initiative von Schwester Oberin Christ und Gabriele Walz ins Leben gerufen. Gemeinsam mit der Leiterin gehört Roswitha Boltz zu den Helferinnen der ersten Stunde.

Mittlerweile nehmen sich 16 Frauen im Alter von 53 bis 76 Jahren regelmäßig Zeit, um morgens von 9 bis 12 Uhr und nachmittags von 14 bis 17 Uhr kranken Menschen den Aufenthalt im Krankenhaus zu erleichtern. „Die Mehrzahl von uns suchte eine sinnvolle Beschäftigung und die haben wir hier gefunden”, verdeutlicht Walz, die vor allem den Austausch mit den Patienten schätzt.