Stolberg: Ein Freundeskreis für die Zukunft

Stolberg: Ein Freundeskreis für die Zukunft

Bedeutend schlichter als in den Vorjahren fiel diesmal die offizielle Feier zum Tag der deutschen Einheit aus. Auch wenn sich die Bürgermeister der beiden Partnerstädte - Ulrich Franke aus dem Harzer und Ferdi Gatzweiler aus dem hiesigen Stolberg - redlich bemühten, neben den Erfolgen der staatlichen Einheit auch die der seit 21 Jahren währenden Freundschaft zwischen beiden Städten hervorzuheben, war die Stimmung doch eher verhalten.

Franke hatte in den Mittelpunkt seiner Rede die Verbesserungen bei Denkmalschutz und Tourismus gestellt, die seine Harzer Heimatstadt in den letzten Jahren zu verzeichnen habe. Mit den positiven Auswirkungen des Tourismus entschuldigte Franke auch die geringe Größe seiner Delegation, die es diesmal nur auf neun Personen brachte: „Die überwiegende Mehrheit unserer Aktiven ist im Hotel- und Gaststättengewerbe tätig und deshalb leider unabkömmlich”, so der Bürgermeister, der gleichwohl versprach, sich bei der neu gebildeten Gemeinde Südharz - Stolberg wurde im September 2010 zwangseingemeindet - für die Bildung eines eigenen, mit finanziellen Mittel ausgestatteten Etats einzusetzen, der der Partnerschaftsarbeit zu Gute kommen soll.

Für neue Impulse soll auch ein Freundeskreis sorgen, der im Anschluss an die Open-Air-Feier auf dem oberen Burghof gegründet wurde. Gab es bisher schon in der Kupferstadt einen „Freundeskreis Stolberg-Harz”, so soll der neue Kreis nun durch zehn Mitglieder aus dem Harz Zuwachs bekommen. „In einem gemeinsamen Arbeitskreis lassen sich viele Dinge besser regeln und organisieren”, versicherte Franke.

Begonnen hatte der dreitägige Aufenthalt der Gäste mit einer Nachtwächterführung durch die Altstadt am Freitagabend. Der Samstag stand ganz im Zeichen eines Stadtbummels durch Köln. Zum Programm gehörte auch ein von Andreas Hinze und Hans-Rolf Funken geleiteter ökumenischer Gottesdienst in der Pfarrkirche St Lucia, bei dem das Thema Freiheit im Mittelpunkt stand. Längst zur Tradition geworden ist das Freundschaftsschießen, das wieder bei der St. Sebastianus-Schützenbruderschaft Stadtmitte ausgetragen wurde. Hatten beim letzten Mal noch die Harzer die Nase vorn gehabt, so konnten sich diesmal die Rheinländer als „Spätzünder”, „Muskeltiere” und „Jecken” durchsetzen.

Einen anderen Erfolg verbuchte Hubert Meeßen. Denn das Interesse der hiesigen Stolberger an einem Gegenbesuch im kommenden Jahr sei groß, versicherte der frühere Hauptamtsleiter. Allerdings steht der Termin noch nicht fest, weil der Einheitstag 2012 auf die Wochenmitte fallen wird.