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Stolberg-Atsch: Ein Chor der ganz besonderen Art

Stolberg-Atsch : Ein Chor der ganz besonderen Art

Stehende Ovationen und kräftiger Szenenapplaus waren der Lohn für die „Schwarzmeer Don Kosaken”.

Die acht Sänger begeisterten in der Pfarrkirche St. Sebastianus rund 110 Zuhörer.

Das schwarz gekleidete Ensemble erwies sich als brillanter Chor. Prachtvolle Stimmen, gesangstechnisch versiert eingesetzt, verbanden sich zu einem großartigen Klangerlebnis.

Geprägt wurde die Darbietung von sakralen Gesängen der russisch-orthodoxen Liturgie und altrussischen Volksweisen. Besonders eindrucksvoll erklangen Werke wie das „Vater unser” oder „Ich bete an die Macht der Liebe”.

Immer wieder traten einzelne Sänger als Solisten nach vorne und überzeugten durch ihre ausdrucksstarken und kraftvollen Stimmen. Nur wenige Zuhörer konnten sich der Faszination des Gehörten entziehen. Viele lauschten mit gefalteten Händen oder geschlossenen Augen.

Engagiert und überzeugend brachte das Oktett sein beachtliches Stimmvolumen voll zur Geltung. Die Sänger beherrschen sowohl getragene, leise Melodien wie kraftvolle, laute Töne.

Gute Akustik in Kirche

Positiv bemerkbar machte sich die in St. Sebastianus herrschende gute Akustik - Mikrofone waren überflüssig.

Im zweiten Teil des Konzertes entführte die Formation das Publikum in die Weite der russischen Steppe. Nicht enden wollender Beifall gab es beim „Wolgalied” oder dem Stück „Abendglocken”. Egal, was die Sänger zu Gehör brachten: Ob die „Legende von den zwölf Räubern” oder „Am Flusse Kama” - alle Melodien wurden mit makelloser Reinheit und außergewöhnlicher Dynamik dargeboten. Die Bravorufe und den Applaus belohnte der Kosakenchor mit zwei Zugaben. Zum Schluss erklang „Kalinka”, das vom Klatschen der Zuhörer begleitet wurde.

Entstanden sind die Kosaken-Chöre in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts. Vassil Kantchev, der Gründer der „Schwarzmeer Don Kosaken”, begann seine Karriere 1963 als Solist im Rundfunk- und Fernsehchor Sofia (Bulgarien). Aus diesem Ensemble entstand 1973 das „Orthodoxe Oktett”, das sich 1988 selbstständig machte und sich seitdem Schwarzmeer Don Kosaken nennt. Die Chormitglieder sind studierte Sänger der Konservatorien Bulgariens und Russlands.