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Stolberg: Eigenwillige Gemälde, die provozieren

Stolberg : Eigenwillige Gemälde, die provozieren

Künstlern eilt gemein der Ruf voraus, ein besonders eigenwilliger Menschenschlag zu sein. Stimmt. Als die Präsentation seiner Bilder in der Kunsthalle Schlossgut Rimburg anstand, fehlte der Hauptdarsteller.

Hartmut („Hacki”) Ritzerfeld mag den Rummel nicht; der 54-jährige Stolberger, Meisterschüler des Aktionskünstlers und Dozenten Joseph Beuys, liebt die Zurückgezogenheit. Auch bei der gestrigen Vernissage stand der Maler den Gästen nicht Rede und Antwort.

Namen sagen kaum etwas über Inhalt

Seine Gemälde sprechen allerdings eine eigene Sprache, stellen den Betrachter jedoch zuweilen auf eine harte Interpretationsprobe. Diese Einschätzung teilt Prof. Eylert E. Acher, der Sammler, der die exakt 60 Ritzerfeld-Exponate der Kunsthalle zur Verfügung stellt.

Die Titel zu den Bildern lassen ganz selten eine inhaltliche Verbindung erkennen. Nehmen wir etwa jenes „Objekt in Blau”. Ist es eine Vase oder ein Segelschiff vor blauem Hintergrund? Man rätselt. „Aber genau das will Hartmut Ritzerfeld. Er will die Betrachter provozieren, er fordert von ihnen eine eigene Position”, betont Acher, Kenner und Freund des exzentrischen Eifelmalers.

Grenzgänger

Ritzerfeld malt spontan, in den Bildern - Acryl und Öl auf Leinwand - spiegelt sich, in Farbe und Motiv, die jeweilige Stimmungslage des Künstlers. „So hat er nach dem Tod der Mutter eine Phase durchlebt, in der Ritzerfeld vornehmlich religiöse Motive zeichnete”, erklärt Prof. Acher. Die in Übach-Palenberg gezeigten Kunstwerke sind ein Querschnitt der Kreativität und Vielfalt der Ausdrucksformen und Symboliken Ritzerfelds während der letzten Dekade. Typisch sind seine mit breitem Pinselstrich aufgetragenen intensiven Farben. Acher: „Sie sind Ausdruck seiner Gefühle zwischen Phantasie und Wirklichkeit.” Die „Neuen Wilden” lassen grüßen. Ritzerfeld ist ein Grenzgänger: In seinen großformatigen Arbeiten spielt er, ähnlich wie Beuys in seinen frühen Grafiken, mit der Gratwanderung zwischen Realismus und Expressionismus.

Die Ausstellung ist bis zum 9.Januar während der Geschäftszeiten in der Kunsthalle zu sehen.