Stolberg: Eifelverein feiert etwas anderes Jubiläum

Stolberg : Eifelverein feiert etwas anderes Jubiläum

Wenn ein Verein 125 Jahre alt wird, dann ist das schon etwas besonderes. Das gilt auch für die Ortsgruppe Stolberg des Eifelvereins. „Mit Sicherheit kann man von einer wechselvollen Geschichte der Ortsgruppe sprechen“, schreibt Manfred Nolden, Vorsitzender des Vereins, in einem Beitrag über das Jubiläum.

Bereits in der Chronik, die anlässlich des 100-jährigen Bestehens erschienen war, wurde diese Geschichte eindrucksvoll von Dr. Manfred Bierganz beschrieben. Nun sind weitere 25 Jahre intensiven Vereinslebens hinzugekommen. „Da hatte der Vorstand der Ortsgruppe eine Idee“, schreibt Manfred Nolden, man wollte einmal alles anders machen als es sonst bei einem Jubiläen üblich ist.

Ende 2014 begannen die Vereinsmitglieder mit einer ersten Grobplanung, Mitte 2015 wurde es dann ernst. Die ersten Vorschläge nahmen Formen an. „Es wurde diskutiert und verworfen, neue Ideen eingebracht und alles wieder auf den Kopf gestellt, bis dann letztlich im November das Programm stand“, berichtet Nolden.

Eine Busfahrt mit allen Mitgliedern zum Rursee und einer Schifffahrt über den Rursee mit anschließenden Abendessen war der Plan. Ziel war es, aktiven und passiven Mitgliedern die Teilnahme an der Jubiläumsfahrt zu ermöglichen, „und zwar ohne wenn und aber“.

Aus Bus- wird Autofahrt

Die Einladungen wurden vorbereitet, und kaum waren sie versandt, meldeten sich die ersten Wanderfreunde an. „Nun begann für den Vorstand wieder eine spannende Zeit“, berichtet der Vorsitzende Nolden. Kommt man mit einem Bus aus? Klappt alles — und ganz wichtig: „Wollen die Mitglieder so etwas überhaupt?“ Die Kosten stets im Blick hatte Kassenwart Jürgen Steidten. Er habe die Finanzen des Ausflugs sehr gut im Griff gehabt, so Nolden.

Am vereinbarten Tag im Juni trafen sich die teilnehmenden Wanderfreunde dann pünktlich am vereinbarten Ort. Doch was war mit dem Bus los, der da so seltsam am Straßenrand stand? „Schnell war klar: Mit dem kann man nicht fahren. Einer der Keilriemen war bei der Anfahrt gerissen“, berichtet Nolden. Ersatz musste her, aber woher, an einem Samstag?

Nach einer längeren Diskussion mit dem Unternehmen und einigen Telefonaten nahm man die Sache selbst in die Hand, nein nicht die mit dem Keilriemen. Mit eigenen Autos fuhren die Mitglieder an den See. „Alle Wanderfreunde erreichten mit etwas Verspätung, aber bei guter Laune, den See. Die Rursee-Schifffahrt war telefonisch über unser Missgeschick informiert und hatte kurzerhand alles umorganisiert. Das hat klasse funktioniert“, sagt Nolden.

Von Schwammenauel aus ging es über den gesamten See. Kaffee und Kuchen gab es an Bord und das Wetter, über das eigentlich der Mantel des Schweigens gelegt werden sollte, besserte sich, so dass die Wanderer auf das Oberdeck wechselten, um die wunderbare Aussicht auf die Uferlandschaft und die Eifel zu genießen.

„Von der Wasserseite aus sahen einige der uns bekannten Wanderziele doch ganz anders aus, schön das so zu erleben“, erzählt Manfred Nolden. Die Fahrt über den See war ein Genuss. Zu schnell verging die Zeit an Bord und wieder in Schwammenauel angekommen, machten einige Wanderfreunde noch einen kleinen Spaziergang, andere genossen die Abendsonne ein wenig an der Rursee-Promenade.

Offen sein für Veränderungen

Dann ging es zum Abendessen in das „Seehotel“. Das Team des Hotels wartete bereits. „ Mit unserem ersten Getränk in der Hand konnten wir dann auf unser Jubiläum anstoßen“, berichtet Manfred Nolden.

Er selbst eröffnete mit einem Rückblick auf die vergangenen 125 Jahre, beziehungsweise auf die letzten 25 Jahre die kleine Jubiläumsfeier. Ein Schwerpunk war der Dank an alle, die über Jahre dem Verein die Treue gehalten haben, die ehrenamtlich Aufgaben innerhalb der Ortsgruppe übernommen haben und dadurch das Vereinsleben ermöglicht haben.

Nolden wagte aber auch einen Blick in die nahe Zukunft der Ortsgruppe. Er mahnte, offen zu sein für die zahlreichen Veränderungen dieser Zeit. „Neue Mitglieder bedeuten auch neue Ideen und sind die Voraussetzung für ein weiterbestehen der Ortsgruppe Stolberg.“ Dann aber war auch schon der offizielle Teil vorbei und das Buffet eröffnet.

„Die Stimmung hätte einfach nicht besser sein können“, erzählt Nolden. Auch die anderen Mitglieder zeigten sich mit dem Jubiläumsprogramm mehr als zufrieden; „Schön dass heute einmal kein Mitglied arbeiten muss“, meinte ein Teilnehmer.

Nach dem Abendessen teilte sich die Gruppe wieder auf die Privatautos auf und trat den Weg nach Stolberg an. „Noch heute sprechen viele von diesem Jubiläumsfest“, sagt Manfred Nolden und fügt mit Augenzwinkern hinzu: „Und das wirklich nicht nur wegen des defekten Reisebusses.“

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