Ehrenamtspreisverleihung der Stadt Stolberg

Stadt Stolberg zeichnet aus : Hunderte Ehrenamtler werden für ihren Einsatz gewürdigt

Das Großaufgebot war nicht zu übersehen: Die Feuerwehr, das Technische Hilfswerk und das Deutsche Rote Kreuz waren in Münsterbusch „im Einsatz“. Doch glücklicherweise handelte es sich nicht um einen Katastrophenfall – ganz im Gegenteil: Den Grund der Anwesenheit bot die Stadt Stolberg, die zum fünften Mal das bürgerschaftliche Engagement mit Ehrenamtspreisen auszeichnete.

Die Veranstaltung fand allerdings estmals nicht im Rittersaal der Burg, sondern im Museum Zinkhütter Hof statt. Aus gutem Grund, wie die vollen Ränge im Saal verdeutlichten. Derart viele Gäste hätten schlichtweg nicht in die Burg hineingepasst, denn „tatsächlich würdigen wir heute Abend hunderte von Ehrenamtlern“, erklärte die Ehrenamtsbeauftragte Hildegard Nießen, dass sämtliche Mitglieder des DRK, des THW und der Freiwilligen Feuerwehr ausgezeichnet wurden. Aus nachvollziehbaren organisatorischen Gründen erhielten exemplarisch sechs Personen den Ehrenamtspreis in Form einer Medaille aus dem „Stolberger Gold“ Messing.

Der Erste Beigeordnete Robert Voigtsberger hatte zuvor den aktuellen Städteregionsrat und ehemaligen Stolberger Bürgermeister Tim Grüttemeier begrüßt, der „je nach Sichtweise die Karriereleiter herauf- oder heruntergefallen“ sei. Grüttemeier und Nießen verliehen dann im Wechsel die Ehrenamtspreise.

Aus den Reihen des THW sind die Preisträger Wolfgang Geicht und Ralf Flöhr. Geicht ist seit 1972 Mitglied im THW und war 20 Jahre Ortsbeauftragter in Stolberg. Flöhr blickt auf eine ebenso lange Mitgliedschaft zurück, war zwei Jahrzehnte stellvertretender Ortsbeauftragter und hat 2018 die Nachfolge von Geicht angetreten.

Von der Freiwilligen Feuerwehr wurden Christoph Baumanns und Herbert Wiese ausgezeichnet. Baumanns erfüllte sich 1981 den „Kindheitswunsch, Feuerwehrmann zu werden“, und ist seit 2006 stellvertretender Wehrleiter. Herbert Wiese bekleidet dieses Ehrenamt bereits seit 28 Jahren und ist zudem Vorsitzender des Fördervereins Heimat- und Handwerksmuseum in der Torburg. Da er verhindert war, nahm sein Sohn Torsten Wiese, ebenfalls Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr, den Ehrenamtspreis entgegen.

Vom DRK erhielten Raimund Lesmeister und Friebert Kirch den Ehrenamtspreis. Lesmeister ist Zugführer der DRK-Einsatzeinheit Mitte in der Städteregion sowie Stolberger Bereitschaftsleiter. Kirch gründete 1970 das Jugendrotkreuz Breinig, ist derzeit Fachberater in der Städteregion und stellvertretender Vorsitzender des Ortsvereins Stolberg.

Tim Grüttemeier und Hildegard Nießen hoben bei der Verleihung der Ehrenamtspreise die Bedeutung aller drei geehrten Institutionen hervor. „Viele Menschen wissen nicht, dass in unserer Stadt fast 600 Feuerwehrleute ehrenamtlich tätig sind. Alle opfern einen großen Teil ihrer Freizeit, um Menschen in Not zu helfen“, beschrieb der Städteregionsrat die größte Freiwillige Feuerwehr im Altkreis. Hinter den drei Buchstaben THW stehe eine der größten und modernsten Hilfsorganisationen weltweit, und auch Mitglieder des Stolberger THW seien weltweit im Einsatz, um humanitäre Hilfe zu leisten. Das DRK wiederum leiste ebenfalls wichtige Notfallhilfe sowie Katastrophenschutz, sei in der Pflege älterer Menschen ebenso aktiv wie in der Betreuung von Jugendlichen, in der Beratung zugewanderte Menschen, bei Blutspenden und Erste-Hilfe-Kursen.

Schon fast traditionell hatte der Hermannchor der Grundschule Hermannstraße mit Peter Verhees die Ehrenamtspreisverleihung musikalisch eröffnet. Und Moderatorin Sonja Essers, Redakteurin unserer Zeitung, präsentierte noch weitere ansprechende Programmpunkte bei der von der Sparda-Bank Aachen finanziell unterstützten Veranstaltung. Bemerkenswert war dabei, dass einige Darbietungen von den ausgezeichneten Institutionen selbst kamen. So brachte beispielsweise die von Heike und Jil Heidecker geleitete Tanzgruppe des Breiniger Jugendrotkreuzes einen sehenswerten Showtanz auf die Bühne.

Der Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr steuerte unter der Leitung von Rainer Peitsch drei musikalische Vorträge bei, die allesamt lautstarke Ovationen erhielten. Lediglich „Oberschwester Helga“ fiel mit ihren deftigen Zoten, die besser in eine karnevalistische Herrensitzung gepasst hätten, etwas aus dem ansonsten sehr festlichen Rahmen der Ehrenamtspreisverleihung.