Stolberg: Ehrenamtliche Patientenhilfe: Wichtige Stütze für Bethlehem-Krankenhaus

Stolberg: Ehrenamtliche Patientenhilfe: Wichtige Stütze für Bethlehem-Krankenhaus

„Wie komme ich zur Notfallambulanz?“: Die Angst in der Stimme der jungen Frau, die ein Kleinkind in ihren Armen hält, ist heraus zu hören. „Gerade in einer solchen Situation ist es wichtig, dass wir ruhig bleiben, zügig und gut verständlich den Weg beschreiben“, sagt Marie-Luise Arth von der ehrenamtlichen Patientenhilfe des Bethlehem Gesundheitszentrums.

Weil die junge Frau offensichtlich sehr aufgeregt ist, begleitet Marie-Luise Arth Mutter und Kind kurzerhand persönlich zur Notfallambulanz. „Hier ist kein Tag wie der andere“, erzählt die Ehrenamtlerin, als sie wieder am Informationsschalter in der Eingangshalle des Krankenhauses sitzt. Dort hat die ehrenamtliche Patientenhilfe ihren festen Platz.

Botengänge

„Es ist hier immer recht abwechslungsreich, aber genau das finde ich spannend, zumal ich die Gewissheit habe, etwas Sinnvolles zu tun“, beschreibt sie ihre Beweggründe. Auch Botengänge gehören zum Alltag der Patientenhilfe, die vor kurzem ihren 20. Geburtstag feierte.

Zeitfresser

Die Damen besorgen beispielsweise Zeitschriften und ähnliches, wenn ein Patient das Bett nicht verlassen darf. Sie entlasten damit die Mitarbeiter, denn es sind oft die kleinen Dinge, die aufhalten und sich als Zeitfresser entpuppen. Und diese Zeitersparnis kommt indirekt wieder dem Patienten zugute. Im Laufe der Jahre sind die Damen zu einer festen Größe im Stolberger Krankenhaus geworden. „Wir sind froh, dass wir diese Unterstützung haben“, betont Geschäftsführer Dirk Offermann.

Aktuell zählen 14 Damen zum Team. Das Bedienen des Computers ist für die munteren Seniorinnen kein Problem. „Wie schreibt sich der Nachname Ihres Bekannten — mit ‚ck‘ oder ‚k‘ am Ende?“, durchforstet derweil ihre Teamkollegin Angela Walter die Datenbank, um herauszufinden, in welchem Zimmer des Krankenhauses der Angehörige liegt. „Da haben wir den Patienten schon“, sagt sie und versorgt den Besucher mit allen nötigen Informationen.

Marie-Luise Arth und Angela Walter wissen, dass es viele in ihrem Alter gibt, für die der Umgang mit dem Computer mit einem großen Fragezeichen versehen ist. „Wer noch nie mit einem Computer gearbeitet hat, braucht sich deswegen keine Gedanken zu machen. Das ist kein Hexenwerk, wir erklären in aller Ruhe, was zu machen ist“, verspricht Marie-Luise Arth.

Einarbeitungszeit

Ohnehin steht am Anfang eine vierwöchige Einarbeitungszeit für die Hilfskräfte an. „Es dauert halt eine Weile, bis man sich im Haus auskennt. Abgesehen davon, ist man nie allein: Wir sitzen hier immer zu zweit“, ergänzt Angela Walter.

Eine Voraussetzung sollten die Bewerberinnen jedoch mitbringen: „Kontaktfreudigkeit ist wichtig, und dass man in stressigen Situationen Ruhe bewahrt“, sagt Angela Walter. Die ehrenamtliche Tätigkeit beinhaltet einen wöchentlichen Dienst à drei Stunden. Kontakt: Telefon 1074321 und E-Mail walterangela@web.de.

Zu erreichen ist die Patientenhilfe immer werktags jeweils in der Zeit von 9 bis 12 Uhr und von 14 bis 17 Uhr.

Mehr von Aachener Zeitung