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Stolberg-Zweifall: Echte "heile Welt" an der Grundschule Zweifall

Stolberg-Zweifall : Echte "heile Welt" an der Grundschule Zweifall

Es gibt sie offensichtlich noch, die „heile Welt”. Und zwar an der Grundschule Zweifall.

Während Schulen längst nicht mehr nur im Innenstadt-Bereich über zunehmende soziale Spannungen und nicht minder steigenden Vandalismus klagen, lehnt man sich in Zweifall - ganz ohne Selbstzufriedenheit und Arroganz - gelassen zurück.

Auf den Tag genau seit fünf Jahren arbeiten wir zusammen und können heute ohne Übertreibung feststellen, dass sich der Einsatz gelohnt hat”, freuen sich Schulleiterin Monika Braune und die Vorsitzende des Fördervereins, Andrea Prym-Bruck.

Ihr Erfolgsrezept ist einfach: Indem den Kindern Verantwortung übertragen wird, steigt deren Wertschätzung für die Schule - und der Umgang mit allem, was zu dieser Schule gehört. „Es klingt vielleicht unrealistisch. Aber bei uns gibt es keine Probleme mit Vandalismus oder großen sozialen Konflikten”, unterstreicht Braune. „Dabei profitieren wir natürlich davon, dass es in Zweifall keine klassischen Brennpunkte gibt.”

Arbeit mit System

Die Arbeit hat System, und die zeigt ihre Wirkung. Beispiel Pausenhelfer-Projekt: Dieses läuft seit drei Jahren und sieht vor, dass die Kinder sich selber beaufsichtigen. „Nur in besonderen Fällen kommt ein Lehrer hinzu. Das erfordert ein hohes Maß an Eigenverantwortung und stärkt die Identifikation mit der Schule”, so Andrea Prym-Bruck.

Soziale Kompetenz lautet das Schlüsselwort, das in Zweifall eine große Bedeutung erlangt und unübersehbare Wirkung gezeigt hat. Sie ist auch eine Prämisse bei der sehr gefragten Mittagsbetreuung, die sich, so Braune, mit zum Teil über 60 Kindern einer bemerkenswerten Resonanz erfreut.

Zu ihr gehört auch eine so genannte Ad-hoc-Betreuung, die Kurzentschlossene tageweise aufnimmt, wenn denn die Eltern Mitglied des Fördervereins sind. „Sie ist im Stadtgebiet ebenso einmalig wie das Pausenhelfer-Projekt”, stellt Monika Braune heraus. Und Andrea Prym-Bruck ergänzt: „Hier fühlen sich die Kinder einfach wohl.”

Außenspielgeräte

In diesem Sinne wurden auch zahlreiche Außenspielgeräte auf dem Schulgelände angebracht, die nicht nur von Schulangehörigen und zu Unterrichtszeiten genutzt werden können und dennoch - oder gerade deshalb - noch nie Vandalismus ausgesetzt waren. „Der gute Ruf der Schule gehört mittlerweile zum Selbstverständnis des Ortes. Das wirkt sich nachhaltig auf das Verhalten der Kinder und Jugendlichen aus.”

Gleichwohl ist das Bedürfnis nach einer Ausweitung des Angebotes im Rahmen der offenen Ganztagsschule stark begrenzt. Lediglich die Eltern von 16 Kindern haben ein Interesse bekundet. Monika Braune: „Es handelt sich doch eigentlich nur um eine verlängerte Mittagsbetreuung. Und für die gibt es hier offensichtlich keinen ausreichenden Bedarf.”

Damit ist die Zweifaller Grundschule in Stolberg aller Voraussicht nach die einzige, die für das Schuljahr 2004/05 keinen Förderantrag beim Land stellen wird.