Stolberg-Zweifall: Durch den Wald zur Kloster-Ausstellung

Stolberg-Zweifall: Durch den Wald zur Kloster-Ausstellung

Wer sich die neue Ausstellung von Pater Laurentius Englisch im Zweifaller Karmelitinnenkloster ansehen möchte, sollte auf jeden Fall vorher eine Runde durch den Wald spazieren. Denn die idyllische Natur rund um das Kloster lädt zum sinnieren ein - die Exponate der Ausstellung „Bäume, Mythen, Wälder” tun dies ebenso.

„Es passt schön, diese Ausstellung hier im Naturschutzgebiet”, weiß Pater Laurentius Englisch, dass er sich für seine Ausstellung, die den Baum in den Mittelpunkt rückt, wohl kaum einen besseren Ort als das von Bäumen und Wald umgebene Kloster hätte aussuchen können.

Die Bilder, Skulpturen und Materialcollagen des Franziskaners sind bis zum 2. Februar 2012 täglich von 9 bis 17 Uhr im Kloster zu sehen. Der Eintritt ist frei, lediglich um eine freiwillige Spende für die Nonnen des Karmel-Klosters wird gebeten.

Eröffnet wird die Ausstellung „Bäume, Mythen, Wälder”, für die Bürgermeister Ferdi Gatzweiler die Schirmherrschaft übernommen hat, an diesem Sonntag, 27. November, um 16 Uhr. Pater Laurentius hat den Chorraum des Zweifaller Klosters dann wieder mit zahlreichen seiner Kunstwerke in einen Ort verwandelt, an dem Spiritualität und Kunst verschmelzen.

Die meisten Werke sind Bilder, aber auch Skulpturen und große Materialcollagen hat der Pater ausgestellt. „Im Museum würden die Bilder natürlich nie so dicht aneinander gereiht”, sagt Laurentius und schmunzelt. „Aber Objekte im Museum wirken auch anders als im sakralen Raum.” Trotz der Vielzahl an Exponaten entfaltet aber jedes Werk seine Wirkung. Jedes Stück erzählt seine Geschichte, ist vollgespickt mit Symbolen, Anspielungen und Bedeutungen, die oft erst auf den zweiten Blick deutlich werden.

So auch die große Materialcollage in der Mitte des Raumes, es ist wohl das größte Stück der Ausstellung. Dass dies einmal ein Bettgestell gewesen ist - für den Sperrmüll bestimmt gewesen - wird erst auf den zweiten Blick deutlich. Pater Laurentius hat die Geschichte des Bettgestells umgeschrieben, es dient nun als Kunstwerk und symbolisiere den Baum als Zufluchtsort, so Pater Laurentius.

„Der Baum ist ein uraltes Symbol”, sagt der Künstler. „Bäume und Wälder waren ja auch schon lange vor uns da. Die Natur ist ein Bild für Gott. Und hier wird sichtbar, wie Gott in den Bäumen anwesend ist”, erklärt Pater Laurentius die religiöse Dimension seiner Ausstellung.

Besonders jetzt zur Weihnachtszeit werde die Bedeutung des Baumes für das Christentum wieder deutlich, meint Pater Laurentius - nämlich dann, wenn die Leute den Weihnachtsbaum mit Lichtern schmücken. „Dafür muss man auch nicht fromm sein. Das Empfinden für die Bedeutung des Baumes hat jeder”, sagt Laurentius. Auch in anderen Kulturen und Religionen spiele der Baum eine große Rolle, auch diese Bedeutungen greift der Meisterschüler Joseph Beuys in seinen beeindruckenden Bildern auf.

Gleichzeitig richtet Pater Laurentius mit seiner Ausstellung im Karmel-Kloster einen wichtigen Appell an die Öffentlichkeit: „Franziskus hat gesagt: Man soll einen Baum nicht so fällen, dass er nicht mehr treiben kann. Wenn wir nicht achtsam mit der Natur umgehen wollen, bringen wir uns selber um.”