„Gleich und doch anders“: Dringend benötigter Wohnraum entsteht

„Gleich und doch anders“ : Dringend benötigter Wohnraum entsteht

Die Liester als Siedlungsgebiet ist ein Projekt der Nachkriegszeit. Startpunkt war 1951 die Errichtung von Wohnhäusern an der Ecke Auf der Liester/Burgstüttgen. Die Liester steht heute im Mittelpunkt unserer Serie unter dem Titel „Gleich und doch anders - Ansichten über Jahrzehnte“.

Pläne, die Liester großflächig zu bebauen, hatte es schon in der Vorkriegszeit gegeben. 1938 erläuterten der damalige Bürgermeister Engelbert Regh und Stadtbaurat Rudolf Dahmen der Presse ihre Idee, die eine Wohnbebauung im Bereich Walther-Dobbelmann-Straße vorsah. Der nachfolgende Zweite Weltkrieg verhinderte aber die Ausführung des Vorhabens.

Der 158. Teil unserer Serie „Gleich und doch anders - Ansichten über Jahrzehnte" zeigt die an der Ardennenstraße liegende Bebauung, die in den 1960er und 1970er Jahren errichtet wurde.

Auf unserem 1972 entstandenen historischen Vergleichsfoto ist auf der linken Seite die Bebauung weitgehend abgeschlossen. Gebaut wird nur noch auf der rechten Seite. Dort ist ein fünfgeschossiges, quer zur Straße liegendes Gebäude, noch nicht über die Rohbauphase hinaus gekommen.

Im 158. Teil der Serie „Gleich und doch anders“ geht es um das Bebauungsgebiet Auf der Liester in den 60er Jahren. Foto: Toni Doerflinger

Gehag als Bauherr

Die rechts liegenden Wohnhäuser sind ein Projekt der 1960er Jahre. Den Anfang machten die im unteren Bereich liegenden Bauten, die 1961 errichtet wurden. Bauherr war das Unternehmen „Gemeinnützige Heimstätten AG" (Gehag), das damals eine Niederlassung in Aachen besaß.

Die genaue Datierung der im oberen Bereich liegenden Bauten ist nicht möglich. Vermutlich wurden sie aber in der Mitte der 1960er Jahre errichtet. Denn auf dem in den frühen 1960er Jahren entstandenen Bebauungsplan sind sie schon zeichnerisch erfasst, aber mit dem Vermerk versehen - „Spätere Bebauung".

Kurz nach Entstehung des historischen Fotos war auch der rechts liegende Bau vollendet, für den ebenfalls als Bauherr die Gehag verantwortlich war. Das quer stehende Gebäude war einer von mehreren Bauten, die das neue „Marktzentrum Liester" bilden sollten.

Heute liegt dort der „Geschwister-Scholl-Platz, der den derzeitigen Plänen zufolge, in eine Grünfläche umgestaltet werden soll - ein Projekt, das anlässlich einer Bürgerbeteiligung entwickelt wurde.

Allerdings ist auf dem historischen Foto der spätere Geschwister-Scholl-Platz noch als unebene Fläche abgebildet, die von kleinen Hügeln gestaltet wird. Dieses Bild war einst für die gesamte Liester typisch, die als Heideland im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert dem Abbau von Steinen und Sand gedient hatte.

Bruchsteine entnommen

So hatte man beispielsweise 1868 für den Bau des Büsbacher Rathauses - heute Bürgerhaus - das Bruchsteinmaterial der Liester entnommen. Am linken Bildrand ist auf dem historischen Foto auch der damalige Eingangsbereich der Kirche St.-Hermann-Josef abgelichtet. Dieses Gotteshaus wurde 1967 erbaut.

Rechts ist im unteren Bereich - heute Ecke Ardennenstraße/Sperberweg - ein Gebäude zu sehen, das ebenfalls noch im Bau ist. Das Ende 1972 vollendete Gebäude entstand auf historischem Grund. Denn dort hatte zuvor das 1890 errichtete „Schröders-Häuschen" gestanden, das zu den wenigen Gebäuden gehört hatte, die in der Vorkriegszeit auf der Liester errichtet worden waren.

Denn nicht mehr als sieben oder acht Bauten mögen es insgesamt gewesen sein, die in der Vorkriegszeit das große Liester-Terrain besiedelt hatten.