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Stolberg: Drei Kilo reichten für die neue Majestät

Stolberg : Drei Kilo reichten für die neue Majestät

Ein Brauch aus Norddeutschland hat sich in Stolberg etabliert: Das Kohl- und Pinkelessen, was kein einfaches Essen ist, sondern ein Ritual, zu dem weit mehr gehört als Speis und Trank.

Offiziere brachten den Brauch aus Bremen in die Donnerberg Kaserne, wo ihn am Wochenende wieder rund 40 Personen aufleben ließen.

Grünkohl schmeckt erst richtig gut, wenn er den ersten Frost abbekommen hat. Deshalb muss das Kohl- und Pinkelessen, das die Offiziersheimgesellschaft Donnerberg (OHG) veranstaltet, im Winter stattfinden.

Wanderung macht hungrig

Alles beginnt mit einer Wanderung, die schon tüchtig hungrig macht. Nach der Wanderung werden die Herren gewogen. Und nach dem Wiegen beginnt das Essen.

Kohl wird in Menge verspeist und dazu Wurst, die Pinkel heißt, weil sie beim Räuchern noch tröpfelt. Das deftige Essen macht tüchtig Durst, literweise muss trinken, wer sich an dem Essen beteiligt.

Großer Spaß

Nach dem Essen werden die Männer nochmals gewogen, der Schwerste ist der neue König und bekommt den einzigen Orden, den manche Norddeutsche annehmen, so erzählte Karsten Knoth von der OHG am Samstag. Alles ist mit großem Spaß verbunden, wie im Offiziersheim der Kaserne zu erleben war.

Der neue „König Kohl und Pinkel” heißt übrigens Thomas Höfer. Er brachte beim zweiten Wiegen glatt drei Kilogramm mehr auf die Waage als beim ersten Mal.

Die kulinarische Majestät darf übrigens weder Steuern eintreiben noch sonst regieren. Alles, was der neue König darf, ist - ganz Norddeutsch - eine Runde zu geben. Genau das machte Thomas Höfer auch sofort nach seiner Inthronisation.