Stolberg: Drei Entwürfe für Neugestaltungen am Komplex Real-/Gesamtschule

Stolberg: Drei Entwürfe für Neugestaltungen am Komplex Real-/Gesamtschule

Das Außengelände der Realschule I/Gesamtschule an der Walter-Dobbelmann-Straße verfällt und verwildert zusehend. Das Areal soll deshalb neu gestaltet werden. Das beauftragte Architekturbüro legte jetzt im Rathaus drei Entwürfe vor.

„Variante 3“ soll jetzt, die Zustimmung des Rates vorausgesetzt, verwirklicht werden. Für das Projekt werden 338.000 Euro fällig.

Ursprünglich war geplant, das gesamte Außengelände rund um das Schulgebäude erneuern zu lassen. Doch davon hat die Stadtverwaltung inzwischen Abstand genommen. Niemand kann genau vorhersagen, ob nicht demnächst ein Erweiterungsbau für die Schule errichtet werden muss.

Deshalb wurde dem Architekturbüro nur eine Fläche von 3000 Quadratmetern zur Beplanung angetragen, vorgesehen waren ursprünglich 5000 Quadratmeter. Aufgabenstellung ist, auf den Flächen des alten Pausenhofes und den Nebenflächen einen attraktiven Treffpunkt für die Schülerinnen und Schüler zu schaffen.

Vor allem höhere Jahrgangsstufen sollen hier demnächst eine Fläche vorfinden, wo sie zwischen den Unterrichtsstunden ausspannen können. Hier sollen aber auch Bewegung und Kommunikation ermöglicht werden. Außerdem sollte das Gelände behindertengerecht gestaltet werden.

Das große Problem für die Landschaftsgestalter: Das Schulgelände liegt auf einem Hang. Außerdem sind Einzelflächen derzeit voneinander getrennt. Das Areal ist durch wild wachsende Pflanzen stark eingeschränkt, die vielen Bäume lassen kaum noch Sonne auf den Pausenhof. Planungsschwerpunkt sollte daher die Umgestaltung und Aufweitung der vorhandenen Treppenanlage sein.

Wer die Treppen heute etwas genauer betrachtet, wird rasch feststellen, dass zahlreiche Stufen wacklig geworden sind und der Putz überall abbröckelt. Ein modernes Erscheinungsbild und eine zugleich mehrfach nutzbare Treppe müssen her. Juniorchef Michael Reepel trug im Rathaus drei Varianten vor, die sein Dürener Unternehmen inzwischen als Entwurf angefertigt hat. „Wir müssen die Räume wieder vernetzen“, gab Reepel als erste Maßgabe vor.

Allen drei Entwürfen ist gemeinsam: Blickfang soll eine große, unterteilte Treppenanlage werden. Sie soll die verschiedenen Ebenen des Schulgeländes verbinden. Auf den Stufen soll sich künftig das Leben außerhalb des Unterrichts abspielen. Sie werden so gestaltet, dass sie als Sitzgelegenheit und Treffpunkt zum Gedankenaustausch einladen. Geplant sind jedoch auch Nebenflächen, auf denen weitere Sitzelemente und vielleicht auch eine Tischtennisplatte aufgestellt werden können.

Haben Schüler und Lehrer das Gebäude verlassen und die Treppenstufen hinter sich gebracht, gelangen sie auf eine asphaltierte Fläche, die der Bewegung vorbehalten sein soll. Hier kann man mit dem Skateboard entlang flitzen, aber auch zur Auflockerung einige Turnübungen machen. Das wuchernde Grün rundum wollen die Landschaftsarchitekten stutzen, damit mehr Licht in die Klassenräume fällt.

Michael Reepel hatte bei seinem Vortrag eine weitere Idee parat. Nach Errichtung der großen Freitreppe könnte man auf der Fläche am Fuße eine Leinwand entrollen und das ganze Areal im Sommer als Open Air-Kino nutzen. Und noch eines ist für die Planer klar: Die Schülerinnen und Schüler sollen an der Gestaltung von Wänden mitwirken können.

Das Planungsbüro hatte drei verschieden große und auch verschieden teure Varianten mitgebracht. Die kleinste Lösung würde maximal 432 Schülerinnen und Schülern Platz bieten und 278.000 Euro kosten. Die größte Lösung wäre für 520 Schülerinnen und Schüler gedacht. Die Treppenanlage würde in diesem Fall sehr großzügig ausfallen, mit zahlreichen Sitzgelegenheiten in der Nachbarschaft zur Treppe. Die Kosten lägen in diesem Fall bei 369.000 Euro.

Politik und Verwaltung im Schulausschuss entschieden sich für den Mittelweg. Die Treppe bleibt ein breiter Blickfang, das Umfeld wird allerdings weniger groß geplant. Vor allem die Fläche am Fuße der Treppe. Variante 3 ist für 490 Schüler gedacht, die Kosten liegen bei 338.000 Euro. Mit dieser Version konnten sich im Ausschuss alle Parteien anfreunden, bis auf die FDP: Die Liberalen hätten das Geld lieber in die Sanierung der Toiletten gesteckt.

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