Drei entscheidende Minuten

Endspieltag an der Schützheide : Zwei Aktionen entscheiden EVS-Cup-Finale

Ein Spieler, zwei Aktionen und drei Spielminuten haben am Ende den Unterschied im Finale des EVS-Cups ausgemacht. Bei dem lokalen Gipfeltreffen der Kupferstädter Mittelrheinligisten startete der Gastgeber SV Breinig entschlossener und mit leichten Vorteilen gegen den VfL Vichttal.

Doch die Vichttaler kamen nach rund 15 Minuten besser ins Spiel und griffen ebenfalls an. So wurde das Endspiel um den EVS-Cup ein Duell auf Augenhöhe.

Torlose erste Halbzeit

Allerdings konnten beide Mannschaften in der ersten Halbzeit keine entscheidenden Chancen entwickeln und auch Standardsituationen – trotz zahlreicher Eckstöße – nicht in Tore verwandeln.

Der SV Breinig hält zum dritten Mal in Folge und zum achten Mal in der Turniergeschichte den EVS-Cup an der Schützheide und gewinnt das eigene Turnier. Foto: Dirk Müller

Breinig und Vichttal störten einander früh, so dass zusammenhängende Spielzüge rar waren. Einen Schönheitspreis hatte die bis zur Halbzeitpause torlose Partie nicht verdient, aber die zahlreichen Zuschauer an der Schützheide sollten in der zweiten Spielhälfte entschädigt werden. Denn die Begegnung wurde attraktiver, und beide Kontrahenten hielten das Publikum mit Torchancen in Atem.

Drei entscheidende Minuten

Das Finale war immer noch ausgeglichen, bis die drei Minuten von Tim Wilden kamen. Der Breiniger Stürmer erzielte in der 58. Spielminute einen sehenswerten Treffer, indem er den Ball mit viel Geschick ins Vichttaler Tor köpfte. Ebenso gefühlvoll wie zuvor mit dem Kopf schlenzte Wilden in Minute 61 den Ball mit dem Fuß zum 2:0 in den gegnerischen Kasten. VfL Vichttal jedoch zeigte unbändigen Willen, den Anschlusstreffer zu erzielen, und setzte Breinig massiv unter Druck. Was wiederum dem SV Gelegenheiten zu gefährlichen Kontern gab. Das Finale blieb dementsprechend spannend bis zur letzten Minute.

Gastgeber SV Breinig und der VfL Vichttal erweisen sich im EVS-Cup-Finale vor stattlicher Zuschauerkulisse als ebenbürtige Gegner. Foto: Dirk Müller

Es blieb aber beim 2:0, und der Gastgeber wie das heimische Publikum bejubelten den Hattrick: Der SV Breinig hat zum dritten Mal in Folge den eigenen EVS-Cup gewonnen.

Ein Wermutstropfen am Finaltag des EVS-Cups war, dass Landesligist SV Rott kampflos den dritten Platz erreichte, da der VfR Würselen aus der Kreisliga A die Teilnahme am Spiel um den dritten Platz abgesagt hatte. Wegen verletzter Spieler und Urlauber hätte keine vollständige Mannschaft aufgestellt werden können, teilten die Würselener am Vormittag des Finaltages mit.

Spannend war vor allem die zweite Halbzeit des Endspiels. Foto: Dirk Müller

Glückliche Hand bewiesen

Eine glückliche Hand hat der ausrichtende SV Breinig allerdings damit bewiesen, die Anstoßzeit des Finales eine Stunde nach hinten zu verlegen. Wie zahlreiche schwarz-gelbe Kleidungsstücke bewiesen, waren viele Zuschauer nach dem Pokalspiel der Alemannia Aachen vom Tivoli an die Schützheide gekommen, um den Fußballnachmittag bis in den Abend zu verlängern. Generell hat sich das Lokalderby der Stolberger Top-Teams Breinig und Vichttal einmal mehr als echter Publikumsmagnet im Stolberger Turniersommer erwiesen.

Nachgefragt: Stefan Delheid (Vorsitzender Spielverein Breinig)

Wie sind Sie mit dem Sieg der eigenen Mannschaft beim EVS-Cup zufrieden?

Delheid: „Das war der perfekte Ausklang für unser Turnier. Ohne unsere Sponsoren und die vielen ehrenamtlichen Helfer könnten wir so ein großes Turnier nicht ausrichten. Es gibt einen harten Kern von zehn Freiwilligen, aber insgesamt sind beim EVS-Cup 50 Helfer im Einsatz, darunter auch Freunde der KG Sündenböcke.“

Stefan Delheid ist 1. Vorsitzender des Spielvereins Breinig. Foto: Dirk Müller

Warum wurde der EVS-Cup nicht auf dem Kunstrasen, sondern auf dem zuvor gut gewässerten Naturrasen ausgetragen?

Delheid: „Das hat zweierlei Gründe. Für das Publikum ist der Zuschauerbereich am Naturrasen gemütlicher und komfortabler, da es eine große überdachte Tribüne gibt und auch der Gastronomiebereich überdacht ist. Außerdem ist ein Sommerturnier wie der EVS-Cup immer auch ein Teil der Saisonvorbereitung, und auch in der Mittelrheinliga wird eben nicht nur auf Kunstrasen gespielt.“

Was sagen Sie zu der Absage des VfR Würselen beim Spiel um Platz 3?

Delheid: „Ein Spiel, das für 16 Uhr angesetzt ist, vormittags abzusagen, war für uns eine äußerst brisante Situation. Die Spieler, die eine solch kurzfristige Absage verantworten, sollten sich bewusst machen, wie viel Aufwand es ist, ein großes Turnier auszurichten, und dass eine Spielabsage negative Folgen hat: Die Zuschauer werden enttäuscht, und die Vereine, die darunter leiden müssen, sind davon ebenso wenig erfreut wie die Sponsoren.“

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