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Machbarkeitsstudie: Diese 18 Projekte sollen Mühle voranbringen

Machbarkeitsstudie : Diese 18 Projekte sollen Mühle voranbringen

18 Projekte beinhaltet die Machbarkeitsstudie Mühle. Sie ist Teil des Integrierten Handlungskonzepts. Wir stellen alle Maßnahmen für den Stolberger Stadtteil vor.

Ein neugestalteter Vichtuferplatz an der Straße Am Mohlenbend, ein Nutzungskonzept für das Parkhaus an der Kupfermeisterstraße und die Umgestaltung des Kaplan-Joseph-Dunkel-Platzes: Das sind drei von insgesamt 18 Projekten, die in der Machbarkeitsstudie Mühle zu finden sind. Der Rat der Stadt Stolberg entscheidet in seiner Sitzung an diesem Dienstag, 27. September, welche Teilprojekte umgesetzt werden.

Die Machbarkeitsstudie Mühle ist ein Projekt aus dem Integrierten Handlungskonzept (IHKo) „Berg- und Talachse – Miteinander für Münsterbusch, Ober- und Unterstolberg“ und beinhaltet als ein Teilprojekt die Umgestaltung des Mühlener Markts. Das Ziel des Konzepts sei, „städtebauliche und soziale Komponenten miteinander zu vereinen“, erklärt Stolbergs Erster und Technischer Beigeordneter Tobias Röhm im Gespräch mit unserer Zeitung.

Gerade im Quartier Mühle gebe es verschiedene städtebauliche und soziale Herausforderungen. „Es ist wichtig, dass wir diese Inhalte themenübergreifend denken. Die Projekte aus der Machbarkeitsstudie sollen die soziale Stabilisierung des Quartiers vorantreiben, das Umfeld städtebaulich verbessern und so mehr Aufenthaltsqualität bieten“, sagt Röhm.

Insgesamt 18 Projekte wurden erarbeitet. Dieser Prozess umfasste mehrere Bürgerbeteiligungen. „Die Resonanz war sehr gut. Auch wenn wir aufgrund der Coronavirus-Pandemie nicht alle Veranstaltungen in Präsenz anbieten konnten“, zeigt sich Tobias Röhm zufrieden.

Eines der 18 Projekte ist die Umgestaltung der Fußwegeachse an der Straße Am Mohlenbend. „Mohlenbend, Prattelsack, Mühlener Markt und die Bierweiderstraße sind wesentliche Gebiete im Integrierten Handlungskonzept“, erklärt Tobias Röhm. Gerade die Straße Am Mohlenbend sei stark vom ruhenden Verkehr geprägt. Für Radfahrer und Fußgänger sei die Verbindung hingegen wenig attraktiv. Eine Lösung könnte sein, die Straße neu aufzuteilen. In die Planungen sollen auch die Anwohner mit einbezogen werden.

Ein weiteres Projekt, das dort umgesetzt werden könnte, wäre die Schaffung eines Vichtuferplatzes. Die rund 3500 Quadratmeter große Fläche, die dafür genutzt werden könnte, befindet sich am nördlichen Ende der Straße Am Mohlenbend, ist Teil des angrenzenden Lebensmitteldiscounters und befindet sich in privatem Besitz. Das ehemals als Parkplatz genutzte Areal liegt derzeit brach und ist öffentlich nicht zugänglich. Aufgrund der Lage direkt an der Vicht weise es ein hohes Nutzungs- und Gestaltungspotenzial aus, ist in der Machbarkeitsstudie zu lesen. Unter anderem sieht das Projekt die Herstellung einer Freitreppe zum Vichtufer vor. Auch in diese Planungen sollen die Anwohner einbezogen werden.

„Die Vorhaben müssen natürlich mit dem Hochwasserschutz in Einklang gebracht werden“, sagt Tobias Röhm mit Blick auf den Masterplan „Hochwasserresiliente Stadtentwicklung“ des Wasserverbands Eifel-Rur (WVER). „Die Ideen sind trotz der veränderten Rahmenbedingungen solide“, betont der Beigeordnete.

Zu diesen „Ideen“ gehört auch die Umgestaltung des Kaplan-Joseph-Dunkel-Platzes. Dieser sei aufgrund seiner Lage nur schwer einsehbar und weise gestalterische sowie funktionale Defizite auf. Laut Projektskizze soll er städtebaulich aufgewertet werden. Da im Stadtteil Mühle besonders viele Jugendliche leben, soll der Platz auf die Bedarfe dieser Altersgruppe ausgerichtet werden. Entsprechende Sport- und Bewegungsangebote sollen geschaffen werden. Vorstellbar wären eine Basketballanlage, neue Tischtennisplatten und eine Calisthenics-Anlage. An der Planung sollen die Jugendlichen beteiligt werden.

Auch der Neubau eines Quartierscafés ist als Projekt aufgelistet, ebenso wie ein Nutzungskonzept für das Parkhaus Kupfermeisterstraße. Ziel sei es, das Gebäude, das als Angstraum wahrgenommen werde, zu modernisieren und instand zu setzen. „Bei Maßnahmen wie diesen geht es nicht nur um Aufenthaltsqualität, sondern auch um soziale Kontrolle“, erläutert Tobias Röhm. „Vor allem der Kaplan-Joseph-Dunkel-Platz hat großes Entwicklungspotenzial.“

Nun ist die Stolberger Politik an der Reihe. Der Rat entscheidet am 27. September über die nächsten Schritte. Stimmen die Mitglieder mehrheitlich dafür, werden die Teilprojekte Wohnumfeldverbesserung Am Mohlenbend-Prattelsack und die Machbarkeitsstudie für das Ensemble Kulturzentrum Frankental und Umfeld weiter verfolgt und ein Antrag für das Bundesförderprogramm „Sozialer Zusammenhalt“ vorbereitet. „Damit beschließt die Politik das städtebauliche Leitkonzept für die kommenden Jahre“, verweist Tobias Röhm auf die Tragweite der Entscheidung.