Stolberg: Die SPD fordert mehr Engagement bei E-Mobilität ein

Stolberg : Die SPD fordert mehr Engagement bei E-Mobilität ein

Die Entscheidung zum Aufbau einer kleinen Flotte aus Elektrofahrzeugen innerhalb des städtischen Fuhrparks fiel einstimmig im Ausschuss für Stadtentwicklung, Verkehr und Umwelt. Demnach wird ein Renault Kangoo noch in diesem Jahr gekauft, der alternativ als Fünfsitzer oder Transporter hauptsächlich für den Hausmeister-Pool des Hochbauamtes eingesetzt werden soll.

Zudem werden zwei e.Go Life für allgemeine Dienstfahrten der Verwaltung geordert, die im nächsten Jahr eintreffen sollen.

Ziel dabei ist es, vor allem Mitarbeiter der Verwaltung zu bewegen, bei An- und Abreise zum Dienst vom eigenen Pkw auf umweltfreundliche Verkehrsmittel umzusteigen. 40 Prozent wären bereit dazu, hat eine Befragung ergeben, wenn für Dienstfahrten alternative Fahrzeuge zur Verfügung stehen. Der Klimaschutzmanager sieht darin langfristig die Möglichkeit, 200.000 Kilometer und damit 43 Tonnen CO2-Ausstoß zu vermeiden.

Der Einstieg in den Umstieg ging einigen Ausschussmitgliedern allerdings nicht weit genug. „Wir brauchen noch mehr Engagement beim Klimaschutz“, sagte Peter Jussen. „Wir haben noch längst nicht alles ausgeschöpft“, so der Sozialdemokrat. Weitere Abteilungen der Verwaltung müssten mit Elektrofahrzeugen ausgestattet werden. Dabei sprach Jussen insbesondere das Technische Betriebsamt (TBA) und die Feuerwehr an. Auch Nutzfahrzeuge mit Elektroantrieb sollen nach den Vorstellungen seiner Fraktion in Stolberg zum Einsatz kommen.

„Wir prüfen derzeit bereits die Einsatzmöglichkeiten im TBA“, antwortete Tobias Röhm. Angedacht sei bereits, den Markierer mit einem Elektrofahrzeug auszustatten. „Die Mittel dafür sollen für den Haushalt 2019 angemeldet werden“, so der Technische Beigeordnete weiter. Der Hauptausschuss werde sich in Kürze mit dem Vorschlag befassen können, bei auslaufenden Leasing-Verträgen auf E-Mobilität umzusteigen.

Auch die Feuerwehr erwägt bereits den Einsatz von Elektrofahrzeugen, bestätigte Amtsleiter Andreas Dovern auf Anfrage. Allerdings nicht bei den Löschfahrzeugen, sondern bei Pkw, etwa für die Kollegen im vorbeugenden Brandschutz, und bei kleineren Mannschaftstransportern. Bei Löschfahrzeugen gebe es noch kein realistisches Angebot.

Allein die österreichische Linz AG ist hier Vorreiter. Im April präsentierte sie das europaweit erste vollausgerüstete Feuerwehreinsatzfahrzeug mit Elektroantrieb als Gemeinschaftsentwicklung mit Rosenbauer AG und der Kreisel Electric. Eingesetzt wird das Fahrzeug mit einer Reichweite von bis zu 160 Kilometer in Linz bei der Betriebsfeuerwehr der städtischen Holding für Energie, Telekommunikation, Verkehr und Kommunale Dienste.

Die Linken mahnen

Im Stolberger Ausschuss kamen mahnende Worte von Gabi Halili. „Nur auf Elektromobilität zu setzen ist der falsche Weg“, so die Linke. „Wir müssen das komplexer und globaler denken“, sagte Halili und verwies etwa auf die auch soziale Problematik der Gewinnung und Entsorgung seltener Erden, der Stromproduktion mit Braunkohle und der anhaltenden Verkehrsbelastung. „Viel mehr stärken sollten wir dagegen die Billigtarife im Öffentlichen Personennahverkehr“, so Halili.

(-jül-)
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