Internationaler Konzertzyklus auf dem Finkenberg: „Die Schöpfung“ bei einem hochkarätigen Konzert präsentiert

Internationaler Konzertzyklus auf dem Finkenberg : „Die Schöpfung“ bei einem hochkarätigen Konzert präsentiert

Internationale Besetzung beim Internationalen Konzertzyklus: Auf dem Finkenberg ereignete sich ein hochkarätiges Konzert, das nicht nur Europa vereinte. Rund 60 Musiker brachten „Die Schöpfung“, das dritte Oratorium von Joseph Haydn auf die Bühne.

Am Erntedanksonntag kam die Finkenbergkirche abermals in den Genuss, Spielort für den „Internationalen Konzertzyklus auf dem Finkenberg“ zu sein. Bereits im Mai erarbeitete die Evangelische Kantorei Stolberg, der Chor der Gemeinde, mit einem Intensivproben-Wochenende ein solides Fundament. Das Projekt: ambitioniert.

Gunther Antensteiner führte knapp 60 Musiker durch das dritte Oratorium von Joseph Haydn mit dem Titel „Die Schöpfung“. Allein bei der rund 30-köpfigen Evangelischen Kantorei und der 20-köpfigen Kammerphilharmonie Europa wurde deutlich, dass länderübergreifende Zusammenarbeit funktioniert.

Zudem sangen vier Solisten, darunter zwei mit südkoreanischer Abstammung, die vor allem in Seoul musikalisch ausgebildet wurden: Sopranistin Insun Min und Bass Joseph Park. Neben ihnen standen Tenor Rüdiger Husemeyer und Alt Sandra Lippmann auf der Kirchenempore, während Jiyoun Kim das Cembalo bediente.

„Die Schöpfung“, Joseph Haydns drittes von vier Oratorien, wurde in drei Teilen präsentiert. Ende des 18. Jahrhunderts entstanden, ist es bis heute auf der ganzen Welt Teil des klassischen Repertoires mit vielen Aufführungen und Aufnahmen. Es erzählt die Geschichte der Erschaffung der Welt wie im ersten Kapitel der Genesis. Anstelle des letzten und siebten Tages werden aber zum Schluss die ersten Menschen im Paradies betrachtet.

So erlebten auch die vollen Ränge in der Finkenbergkirche eine dreiteilige Komposition, gespickt mit Rezitativen, Arien und Soli. In den ersten beiden Teilen wurden Raphael, Uriel und Gabriel durch Joseph Park, Rüdiger Husemeyer und Insun Min verkörpert, während sich der letzte Teil ausschließlich mit Adam und Eva, gesungen durch Park und Min, befasste.

Gunther Antensteiner führte kompromisslos und harmonisch durch die Komposition – keine Lücken, keine Unstimmigkeiten. „Die Schöpfung“ glitt dahin, das Publikum wagte es nicht, zwischendurch Applaus erschallen zu lassen. Der kam zum Schluss, mit voller Wucht.

Die Arbeit hatte sich gelohnt, zwischen Glanz und Festlichkeit kreierten alle Beteiligten im Zusammenspiel das Besondere, die Evangelische Kantorei, die Kammerphilharmonie und Europa sowie die Solisten – und das bei freiem Eintritt.

(mah)
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