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Stolberg: Die Salonteufel entfachen ein zauberhaftes Klangfeuer

Stolberg : Die Salonteufel entfachen ein zauberhaftes Klangfeuer

Ein zauberhaftes „Klangfeuer” entfachten die „Aachener Salonteufel” zum Auftakt der Stolberger Musikjahres in einer erfreut aufgenommenen Neujahrsmatinee.

Es war eines jener stimmungsvollen Unterhaltungskonzerte, das Seele und Gemüt erwärmte und die vielen Zuhörer im Zinkhütter Hof froh und heiter stimmte, obwohl die Temperaturen im großen Saal dem überhaupt nicht entsprachen.

Diese beliebten unbeschwerten, beschwingt wie feurig vorgetragenen Melodien jedenfalls zündeten und ließen die Kühle im Auditorium vergessen, zumal das Ensemble vor Esprit nur so sprühte. Und das trotz einiger krankheitsbedingten Vertretungen.

Stephanie Bock (Geige), Anne Teschner (Flöte), Lydia Hilgers (Klavier), Manfred Hilgers (Kontrabass), Ursula Gröhn (Cello), Ralf Beckers (Klarinette) und Steffen Thormählen (Schlagzeug) spielten wie aus einem Guss, verwöhnten ihr Publikum mit ihrem erfrischenden wie auch rührig sentimentalen Musizieren nach Art Wiener Kaffeehaus oder der Salons vergangener Zeiten.

Dem entsprechend war auch das Programm reich an immer wieder gern gehörten Evergreens, an Melodien von Leroy Anderson bis Josef Rixner, von Vittorio Monti bis Consoelo Velazquez, von Robert Stolz bis Gerhard Winkler. Elegantes im Dreivierteltakt wie im „Belle of the Ball” oder Schmachtendes und Charmantes wie in „Baci al Buio”, in „Wenn die kleinen Veilchen blühen”, in „Fascinata” und „Serenata” wechselten mit temperamentvollen Tango- und Bolero-Rhythmen wie „Otra Puerta Augusto”, „Sabrina” oder „Besame Mucho”.

Da schluchzte die Geige beim Auftakt zu einem „Czardas”, antworteten ihr die anderen Instrumente virtuos auftrumpfend, da verbreitete das Ensemble Heiterkeit und Fröhlichkeit mit dem Reigen „Elfen am Waldsee” und einem „Schmetterlingsintermezzo”, vor allem aber auch mit den swingenden und kessen Stücken aus den dreißiger und vierziger Jahren: „Ja, das Küssen” als Lied vorgetragen, „Die Uhr am Bahnhof Zoo” und „Sleigh Ride”. Und einer sehnsuchtsvollen Erwartung auf den „Frühling in Sorrent” folgte mit der rasanten „Petersburger Schlittenfahrt” ein Zurück in die Gegenwart.

Wo aber waren die für ein solches Konzert prädestinierten Melodien der „Strauß-Dynastie” geblieben? So fragten sich auch die Zuhörer zum Schluss nach dem Verklingen des „Spanischen Marsches”, zumal zuvor mit einer hübschen Anekdote an Johann Strauß erinnert worden war.

Die gebührende Antwort darauf verbunden mit vielen guten Wünschen zum neuen Jahr gaben die Salonteufel mit einer spritzigen gewitzten und begeistert aufgenommenen Interpretation der berühmten „Tritsch-Tratsch-Polka” des Wiener Walzer-Königs.