Die Itertalklinik veranstaltet regelmäßig einen Tanztee in Stolberg

Tanztee im Seniorenheim : Für eine flotte Sohle auf dem Parkett ist man nie zu alt

„Eins, zwei, drei, vier – erste die linke Hand, dann die rechte Hand. Und wir tanzen die Rumba nicht nur vorwärts, sondern auch rückwärts“, erklärt der Tanzlehrer Jürgen Klefer den drei Senioren-Paaren auf der Tanzfläche.

Seit rund einem Jahr findet einmal im Monat findet im Seniorenzentrum der Itertalklinik im Rathaus-Carré der Tanztee statt. Zuerst wird Kuchen gegessen, für die die Bewohner und Gäste übrigens nichts zahlen müssen, und dann wird – wer mag und kann – getanzt. Wer nicht auf das „Tanzparkett“ im Café Victor des Wohnheims möchte, der guckt bei Kaffee und Kuchen zu.

Rosemarie Brzostowicz und ihr Mann Wojciech gehören nicht dazu. Sie stehen auf der Tanzfläche und hören dem Tanzlehrer aufmerksam zu, konzentriert geht der Blick auf die Füße, dann wird ausprobiert. Ein Schritt nach vorne, dann zur Seite und nach hinten. Mal klappt es besser, mal nicht. Klefer springt ein, schnappt sich Rosemarie und tanzt ein paar Schritte. An den Gesellschaftstanz muss sich die 74-Jährige erst gewöhnen. „Wir haben immer so getanzt, wie wir wollten. Bevor wir in die Kiste gehen, wollen wir immerhin noch die Regeln kennen“, sagt sie und lacht. Das Ehepaar tanz gerne, was nicht zuletzt durch das Lächeln auf ihren Lippen bewiesen wird, das sie beim Drehen und Schwingen in dem Raum zeigen.

Discofox, langsamer Walzer und Rumba stehen auf dem Programm am Nachmittag. Rund eine Stunde wird mit Pause getanzt. Davor und währenddessen werden Kaffee und Kuchen ausgegeben, für manche ist das der eigentliche Grund zu kommen, denn Knie, Hüfte oder Rücken hintern daran, am Tanzen Spaß zu haben. Für andere Senioren ist es aber auch die Musik. „Ich hätte gerne schnellere Lieder, zu denen man freier tanzen kann. Wie früher in der Disco“, sagt eine Bewohnerin in dem Haus am Rathaus.

„Mit dem monatlichen Tanztee möchte das Seniorenzentrum der Itertalklinik ältere Menschen aus der Stadt zusammenbringen und somit die Talachse Stolbergs beleben. Das soll möglichst unkompliziert, barrierefrei und ohne Kosten für die Rentner ablaufen“, sagt Christoph M. Kösters, Geschäftsführender Gesellschafter. Auch, wenn das Angebot für Menschen ab 55 ist, so sind die meisten der rund 30 Senioren an dem Nachmittag ab 70 Jahren aufwärts. Es sei schön und wichtig zu fördern, wenn ältere Menschen heraus- und zusammenkommen und somit etwas Abwechslung im Alltag erleben, sagt er.

Das Ehepaar Brzostowicz diskutiert noch in der Tanzpose, wer wohin welchen Schritt gehen soll, es wird fokussiert, eingezählt und ausprobiert. Auf ihrem Platz am Tisch liegt ein altes Buch „Wir lernen tanzen.“ Gute Vorbereitung ist alles. Stück für Stück werden die Schritte verbessert. Am Ende der Kursstunde beziehungsweise des Tanztees wird frei getanzt, was auch einige andere Senioren von ihren Stühlen holt, die nicht nach Schritten tanzen möchten. Für Party ist man eben nie zu alt.

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