Stolberg: Die französische Lebensweise in Musik gekleidet

Stolberg: Die französische Lebensweise in Musik gekleidet

Quasi von den Terroranschlägen in Paris eingeholt wurde jetzt dass von der französischen Lebensweise geprägte Konzert des Breiniger Akkordeonorchester im Saal des Museums Zinkhütter Hof.

„Das Programm haben wir schon vor rund einem Jahr festgelegt. Damals konnte aber noch keiner ahnen, was uns wenige Monate später Schreckliches bevorstehen würde. Da aber selbst der französische Präsident Francois Hollande kürzlich versicherte, dass man sich trotz allem die für Frankreich typische Lebensfreude nicht nehmen lasse, haben wir uns bestärkt gefühlt, an der Programmfolge keine Änderungen vorzunehmen“, sagte Vorstandsmitglied und Schlagzeuger Thomas Ritzerfeld eingangs des Konzerts, dem rund 150 Besucher beiwohnten.

Und darum wurden die Stücke wie geplant unter dem Motto „Akkordeon, Musette, Baguette“ vorgetragen. Lediglich als Konzession an die Ereignisse und im Gedenken an die Terroropfer hatte man eingangs und zum Ende des Konzertes die französischen Nationalhymne - die Marseillaise - erklingen lassen.

Begonnen hatte das zweistündige Konzert, das von Andrea Deserno dirigiert wurde, mit dem „Vieille Chanson aus drei Impressionen“ von Paul Kühmstedt. Danach folgten die Sätze Pastorale, Intermezzo, Menuett und Farandole aus dem Stück „L‘Arlésienne“ von Georges Bizet. Der französischen Lebensweise wurde Referenz erwiesen, als die Sätze L‘Arc de Triomphe, Le Rond-Point und Place de la Concorde aus dem mit „Champs-Elysées“ überschriebenen Stück erklangen.

Der erste Teil des Konzertes endete dann mit dem Medley „Lydie Auvray“ der Komponisten Lydie Auvray und Wolfgang Kahl sowie einigen Musikfolgen aus dem Musical „Les Misérables“. Kenntnis- und aufschlussreich moderiert wurden die Konzertstücke von der Dirigentin. Sie machte die Besucher mit den Biografien der Interpreten sowie den Inhalten und Hintergründen der Kompositionen vertraut.

Für die Konzertpause hatten sich die Veranstalter etwas Besonderes einfallen lassen. Denn der neue Gastronom der Gaststätte Zinkhütter Hof, Serkan Sistermanns, servierte den Besuchern französisch geprägte Weine und Speisen. Entgegen der französischen Speisenfolge — unter anderem gab es Quiche Lorrain — bevorzugte die Mehrzahl der Besucher das typisch deutsche Gericht Grünkohl mit Mettwurst.

Und wer wollte, hatte dann ein Glas Wein in der Hand als die Aufführung französischer Melodien und Chansons den zweiten Teil des Konzertes prägte. Im Mittelpunkt stand dabei die Solistin Miriam Löhr, die im Wechsel mit den Akkordeonstücken des Orchesters ihren Gesang vortrug.

Reine Stimme

Ihre klare und reine Stimme, die sie ausdrucksstark zur Geltung brachte, begeisterte die Besucher. So war nachvollziehbar, dass Löhr nach dem Ende des Konzertes quasi als Zugabe ihre zuvor vorgetragene Melodie „Domino“ erneut zur Geltung bringen musste. Viel Applaus erhielt aber auch das Orchester, das ebenfalls sich zu weiteren Zugaben verleiten ließ. Und so blieb als Fazit die Aussage einer Besucherin, die meinte „Ein Konzert auf hohem Niveau, das durch seine mit einem Imbiss und den gebotenen Melodien verbundene französische Prägung eine vorzügliche und andere Note erhielt“.

(dö)
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