Stolberg: Die ersten „Stolpersteine“ soll es im Steinweg geben

Stolberg: Die ersten „Stolpersteine“ soll es im Steinweg geben

So richtig Einigkeit besteht bis zum heutigen Tag nicht. Ob in den Boden eingelassene „Stolpersteine“ ein angemessenes Mittel sind, um an die Opfer des Nationalsozialismus zu erinnern, wird in Stolberg seit mindestens fünf Jahren durchaus kontrovers diskutiert — im Bündnis gegen Radikalismus ebenso wie in den politischen Gremien.

Dabei gibt es seit dem 29. Juni 2010 einen wenn auch nicht einstimmigen, so doch eindeutigen Beschluss des Kulturausschusses. Der hatte die Verwaltung nach einem entsprechenden Antrag der Bündnigrünen mit neun Ja- und fünf Nein-Stimmen beauftragt, „eine kostenneutrale Lösungsmöglichkeit für die Installation der Stolpersteine gegen das Vergessen zu erarbeiten“.

Seitdem ist wenig passiert, der Umsetzung standen stets die finanziellen Probleme der Stadt und zuletzt die Teilnahme am Stärkungspakt Stadtfinanzen NRW im Wege. Nun tut sich unverhofft eine Lösung auf: Die „Gruppe Z“ hat das Thema noch einmal aufgegriffen und kann bei ihrer Suche nach Sponsoren einen Erfolg melden. Zunächst für zwölf Stolpersteine haben die Mitglieder der „Gruppe Zukunft ohne Fremdenhass, Faschismus und Krieg; gegen das Vergessen“, so der volle Name, Geldgeber gefunden. Auf dieser Basis schlägt Kulturdezernent Robert Voigtsberger dem am 18. März tagenden Ausschuss für Schule, Kultur, Sport und Tourismus vor, jeweils sechs der mahnenden Steine vor den Häusern im Steinweg Nummer 56 und 57 zu verlegen. Sie sollen an Angehörige der Familien Salomon (Nummer 56) und Zinander erinnern, die während des Dritten Reiches von den Nationalsozialisten deportiert und in unterschiedlichen Arbeits- und Konzentrationslagern umgebracht wurden bzw. dort starben.

Die Steine haben eine Größe von 96 x 96 Millimeter und sollen in Handarbeit von dem Berliner Bildhauer Michael Friedrichs-Friedlaender angefertigt werden. Die offizielle Verlegung ist für den 9. November vorgesehen — der Tag, an dem sich die Reichspogromnacht zum 77. Mal jährt. Zu der Feierstunde soll nach dem Willen der Verwaltung auch der Urheber der „Stolpersteine“, der Kölner Künstler Gunter Demnig, eingeladen werden.

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