Die Entwurfplanung für den Büsbacher Dorfkern läuft

Planung läuft, Umgestaltung offen : Zeitweise mit Tempo 30 am Büsbacher Markt vorbei

Die „Bareschesser“ waren einmal Vorreiter in der Kupferstadt bei der Ortskerngestaltung, mittlerweile fühlen sie sich zwar im Stich gelassen, aber es kommt wieder Bewegung in den altehrwürdigen Vorgang, der im Grunde ins vergangene Jahrtausend zurückreicht.

Bereits in den 80er Jahren sorgten nach durchaus kontroversen Diskussionen die Büsbacher auf Initiative des früheren Aktionsrings Handel und Handwerk dafür, dass der Markt autofrei wird: Die Parkplätze wurden an den Rand des Platzes verlegt, der später eine neue Asphaltdecke erhielt. Die. Seit 1994 erinnert in der Dorfmitte das von Lothar Scheffler geschaffene Bareschesser-Denkmal an das aus dem Jahre 1907 überlieferte denkwürdige Ereignis.

Neuen Aufwind gewannen die Gedanken, das Zentrum der einst größten und reichsten Gemeinde im heutigen Stadtgebiet neu zu gestalten gewannen 2008 mit der Teilnahme am Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ Auftrieb. Der zweite Platz wurde mit einer Planungswerkstatt belohnt. Deren Ergebnis im Jahre 2009 war eine breite Übereinstimmung, wie der Dorfkern zeitgemäß neu gestaltet werden kann.

Doch dann kam die Idee nicht mehr weiter, weil das klamme Stolberg kein Geld für die Planungen in Büsbach bereitstellte. Erst auf gemeinsamen Druck der Büsbacher Ratsvertreter konnten im Herbst 2014 die Büros 3D Architekten und Stadtplaner in Zusammenarbeit mit Raumplan erste Skizzen für eine Neugestaltung des Ortskerns vorlegen: unter anderem mit einheitlichem Niveau von Fahrbahnen und Gehwegen und einer deutlichen Aufweitung des Platzbereiches inklusive des Bereiches am Denkmal.

So stellten sich vor fünf Jahren die Planer den neu gestalteten Büsbacher Ortskern vor. Foto: grafik

Motiviert beteiligte sich Büsbach nach einer eingelegten Pause 2014 wieder beim Dorfwettbewerb, um 2018 wieder zu pausieren. Denn auch die weitere Planung legte wieder eine Pause ein.

„Aber sie läuft wieder auf Hochtouren“, versichert Tobias Röhm. „Die Entwurfsplanung soll noch vor den Sommerferien den Ratsgremien vorgelegt werden“, erklärt der Technische Beigeordnete. „Die Bürgerbeteiligung soll dann gleich nach den Sommerferien erfolgen“.

Bereits seit Anfang des Jahres sei die Stadt in intensiven Gesprächen mit der Städteregion. Denn sie ist Straßenbaulastträger der Konrad-Adenauer-Straße, die als Kreisstraße 13 klassifiziert ist. „Mit der Städteregion müssen wir nicht nur alle beabsichtigten Änderungen an der Straße abstimmen, sondern sie muss ihnen zustimmen“, markiert Röhm die Rechtslage.

Angesichts der Verkehrsbedeutung der K13 werde ein einheitliches Niveau von Marktplatz und Fahrbahn nicht konsensfähig sein, aber die Städteregion habe signalisiert, dass eine temporäre Tempo-30-Strecke – beispielsweise während der Kita-Zeiten – machbar sein kann.

Grundlage für eine Entscheidung seien aber konkrete Planungsunterlagen. Dazu erfolgten bereits im März und April Vermessungsarbeiten auf der Konrad-Adenauer-Straße zwischen der Büsbacher Kreuzung und der Bushaltestelle Markt, deren Ergebnisse in die Entwurfsplanung einfließt.

Kein Fördertopf in Sicht

Allerdings steht hinter der Umsetzung einer abgestimmten Planung noch ein Fragezeichen. „Der Büsbacher Ortskern passt leider nicht in die Förderkulisse des Dorfinnenentwicklungskonzeptes“, erklärt Röhm. Für den Ausbau werde man sich ein anderes Förderprogramm suchen müssen. In Sicht ist allerdings noch kein Topf, aus dem Zuschüsse für die Büsbacher Mitte fließen könnten.

Im Haushalt sind bislang nur die Planungskosten berücksichtigt. Der finanzielle Aufwand der Umgestaltung des abschnittsweise realisierbaren Gesamtkonzeptes wurde vor fünf Jahren bereits auf rund zwei Millionen Euro geschätzt; alleine der Bereich des Marktplatzes rangierte bei rund 880.000 Euro netto. Heute dürften die Kosten deutlich höher anzusetzen sein.

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